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    Politische Erschöpfung und wachsender Vertrauensverlust setzen Deutschland unter Druck

    KI-generiert
    20.08.2026 14 mal gelesen 0 Kommentare

    Politische Erschöpfung, wachsende Unzufriedenheit und Machtkämpfe prägen den aktuellen Pressespiegel: Während ein ehemaliger Landrat offen über seinen Burn-out spricht, steht Thüringens Regierung unter Druck. Zugleich sorgen Forderungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Trumps Außenpolitik und neue Umfragedaten für brisante Schlagzeilen.

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    Politische Erschöpfung, Machtkampf in Thüringen und wachsende Unzufriedenheit

    Burn-out in der Politik: Jens Marco Scherf kämpft mit den Folgen seines Amts

    Der frühere Landrat des unterfränkischen Landkreises Miltenberg, Jens Marco Scherf, berichtet der taz über seine Erkrankung und die Folgen seiner politischen Arbeit. Scherf war einer der beiden ersten Grünen-Landräte Deutschlands und wurde 2014 in einer Stichwahl mit einer Mehrheit von nur 40 Stimmen gewählt. Sechs Jahre später bestätigten ihn die Bürger im ersten Wahlgang mit fast 70 Prozent der Stimmen im Amt.

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    Die Belastung nahm nach seiner Wiederwahl weiter zu. Die Covid-19-Pandemie wurde zum Dauerzustand, anschließend folgten der russische Angriff auf die Ukraine, die Versorgung weiterer Flüchtlinge und die Energiekrise. Scherf beschreibt, dass er 2023 bemerkte, dass „eigentlich gar nichts mehr geht“.

    Nach Angaben der taz litt Scherf unter depressiven Phasen, schwerer Migräne und einer anhaltenden Erschöpfung. Er habe sich morgens kaum noch aus dem Bett bewegen können, Erfolge hätten ihn nicht mehr motiviert und Erholung sei nicht mehr möglich gewesen. Seine Situation fasst er mit den Worten zusammen: „Die Batterie lädt nicht mehr. Der Akku ist kaputt.“

    Der Landrat arbeitete nach eigener Darstellung 70 bis 90 Stunden pro Woche. Neben einem vollen Terminkalender gehörten zahlreiche Veranstaltungen am Wochenende, Sitzungen, Gremien und der Austausch mit den Bürgern zu seinen Aufgaben. Zugleich habe die Bürokratie seit Beginn seiner Amtszeit immer weiter zugenommen.

    Im März 2025 zog Scherf schließlich die Notbremse und ließ die Amtsgeschäfte von seinem Stellvertreter übernehmen. Seit Ende April sei er offiziell wieder gesund, was seine Diagnose „Erschöpfung mit mittelschweren depressiven Phasen“ betreffe. Arbeiten könne er jedoch weiterhin nicht, außerdem leide er nach wie vor unter schwerer Migräne.

    Die politische Auseinandersetzung im Kreistag bezeichnet Scherf als einen Faktor für seine Erkrankung. Der neue Vorsitzende der CSU-Kreistagsfraktion, Jürgen Reinhard, hält dagegen, Scherf habe mit Widerspruch nicht gut umgehen können und andere Vorstellungen teilweise „recht harsch“ abgewiegelt. Scherf wirft der CSU-Fraktion eine Blockadehaltung „wider jeglicher Vernunft“ vor.

    Nach einer gesundheitlichen Besserung ist Scherf seit April wieder als Fußballschiedsrichter bis zur Kreisklasse aktiv. Ab September möchte er zunächst wieder einen Tag pro Woche als Lehrer arbeiten. Politische Ambitionen habe der 52-Jährige vorerst nicht mehr.

    „Ich wollte es nicht wahrhaben.“ – Jens Marco Scherf über seine damalige Situation

    Infobox: Jens Marco Scherf wurde 2014 mit einer Mehrheit von 40 Stimmen zum Landrat gewählt, arbeitete 70 bis 90 Stunden pro Woche und zog sich im März 2025 aus den Amtsgeschäften zurück. Seit Ende April sei er offiziell wieder gesund, arbeiten könne er aber weiterhin nicht.

    Thüringen: Sondersitzung über konstruktives Misstrauensvotum gegen Mario Voigt

    Der Thüringer Landtag kommt am Freitag kommender Woche zu einer Sondersitzung zusammen. Nach Angaben von DIE ZEIT soll über ein konstruktives Misstrauensvotum gegen Ministerpräsident Mario Voigt von der CDU abgestimmt werden. Die AfD hat den Antrag zum zweiten Mal in diesem Jahr gestellt.

    AfD-Landes- und Fraktionschef Björn Höcke begründet den Vorstoß damit, dass ein Verbleib Voigts im Amt „allein aus Gründen der politischen Hygiene“ nicht möglich sei. Dabei verweist die AfD unter anderem auf Voigts entzogenen Doktortitel. Die Technische Universität Chemnitz hatte ihm den Doktortitel wegen Plagiatsvorwürfen entzogen; Voigt geht dagegen juristisch vor.

    Ein erster von der AfD beantragter Versuch war im Februar im Landtag gescheitert. CDU-Fraktionsvorsitzender Andreas Bühl bezeichnete Höckes Vorgehen als „Machtspiele“ und erklärte, für den Antrag habe es nie eine belastbare Aussicht auf die erforderliche Mehrheit gegeben. Höcke wolle lediglich Chaos stiften, sagte Bühl.

    Die AfD ist mit 32 Abgeordneten die stärkste Fraktion im Erfurter Landtag und kann das konstruktive Misstrauensvotum allein beantragen. Für die Wahl eines neuen Regierungschefs ist jedoch eine Mehrheit der 88 Landtagsmitglieder erforderlich, also mindestens 45 Stimmen.

    Die CDU regiert in Thüringen gemeinsam mit dem BSW und der SPD. Da diese Koalition keine absolute Mehrheit besitzt, arbeitet sie mit der Linkspartei zusammen. Innerhalb des BSW ist inzwischen ein Streit über die Fortsetzung der Koalition entstanden.

    Die Bundesspitze des BSW um Sahra Wagenknecht fordert den Austritt aus der Koalition und die Wahl eines überparteilichen Ministerpräsidenten. Höcke schlug Wagenknecht selbst für dieses Amt vor, was sie ablehnte. 13 von 15 BSW-Abgeordneten im Thüringer Landtag lehnten den Koalitionsbruch ab, während zwei Abgeordnete ankündigten, Voigt nicht mehr zu unterstützen.

    Dadurch verfügt die Koalition nur noch über 42 der 88 Sitze im Landtag. Der Thüringer BSW-Landesvorstand beschloss deshalb einen Sonderparteitag, auf dem über die Zukunft der Regierungskoalition beraten werden soll.

    Der thüringische Infrastruktur- und Digitalminister Steffen Schütz warnte die Bundesspitze des BSW vor einer Zusammenarbeit mit der AfD. Wenn man sich aus Machtkalkül mit Extremisten zusammentue, sei für ihn eine rote Linie überschritten, sagte Schütz dem Deutschlandfunk.

    Infobox: Die AfD verfügt in Thüringen über 32 Abgeordnete. Für die Wahl eines neuen Ministerpräsidenten sind 45 Stimmen nötig. Die Koalition aus CDU, BSW und SPD kommt nach dem angekündigten Rückzug von zwei BSW-Abgeordneten noch auf 42 Sitze.

    IHK Chemnitz fordert bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie

    Die IHK Chemnitz hat am Mittwoch ihre neue Kampagne „Arbeit ermöglichen“ vorgestellt. Wie MDR.de und die ARD Mediathek berichten, sehen die Arbeitgeber bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie für ihre Mitarbeiter großen Nachbesserungsbedarf.

    Mit der Kampagne verbindet die IHK Forderungen an die Politik. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Beschäftigte ihre beruflichen Aufgaben und familiären Verpflichtungen besser miteinander vereinbaren können.

    Der Beitrag wurde im MDR SACHSENSPIEGEL vom 19. August 2026 ausgestrahlt. Die ARD Mediathek führt die Sendung ebenfalls unter dem Titel „IHK stellt Forderungen an die Politik“.

    Infobox: Die IHK Chemnitz stellte die Kampagne „Arbeit ermöglichen“ vor. Anlass ist der aus Sicht der Arbeitgeber bestehende Nachbesserungsbedarf bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

    US-Politik gegenüber Südkorea und Taiwan sorgt in China für Erleichterung

    Die WELT berichtet, dass Donald Trump mit mehreren Entscheidungen seiner Außen- und Verteidigungspolitik Interessen Chinas entgegenkommt. Besonders die angekündigte Reduzierung der amerikanischen Beteiligung an einer gemeinsamen Militärübung mit Südkorea wird in Peking als positives Signal bewertet.

    Trump hatte die Übung als kostspielig und als „total unangebrachtes Signal“ sowie als feindselig bezeichnet. Wegen der „sehr guten Beziehungen“ zum nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un habe er Kriegsminister Pete Hegseth angewiesen, die amerikanische Teilnahme an dem Manöver zu reduzieren.

    Für Südkorea ist die jährliche Militärübung mit den USA ein wichtiges Mittel der Abschreckung gegenüber Nordkorea. Nach Darstellung der WELT findet die Übung mit wenigen Ausnahmen seit 70 Jahren statt. Nordkorea droht regelmäßig damit, seine Atomwaffen gegen Südkorea einzusetzen.

    Die amerikanische Militärpräsenz auf der koreanischen Halbinsel dient laut WELT zugleich als Gegengewicht zu China. Insgesamt 28.500 US-Soldaten sind dort stationiert. Der amerikanische Stützpunkt in Pyeongtaek ist der größte US-Militärstützpunkt außerhalb der USA und liegt 800 Kilometer von Shanghai sowie 1400 Kilometer von Taiwan entfernt.

    Trump stellte die amerikanische Präsenz in Südkorea infrage. Er sagte, er habe den südkoreanischen Präsidenten um Unterstützung im Iran-Krieg gebeten, dieser habe jedoch mit „Nein, danke“ geantwortet. Daraufhin fragte Trump: „Warum helfen wir euch?“

    Auch die im Jahr veröffentlichten strategischen Vorgaben der US-Regierung stehen nach Einschätzung der WELT im Widerspruch zu Teilen der tatsächlichen Politik. Die Nationale Verteidigungsstrategie sieht vor, dass europäische Verbündete stärker selbst die Führung bei Bedrohungen übernehmen sollen, während sich die USA auf die Verteidigung des Heimatlandes und den Indo-Pazifik konzentrieren.

    Gegen China soll eine „Abschreckung durch Verneinung“ aufgebaut werden. Dafür sollen genügend Ressourcen bereitstehen, um Peking von einem Angriff auf die sogenannte erste Inselkette abzuhalten, zu der Taiwan, Japan und die Philippinen gezählt werden.

    Die WELT verweist zugleich auf den seit Februar anhaltenden Feldzug gegen den Iran, der amerikanische Ressourcen im Nahen Osten bindet. Medienberichten zufolge haben die USA in den vergangenen fünf Monaten einen großen Teil ihres Arsenals an Langstreckenraketen und Flugabwehrkörpern verbraucht. Außerdem wurde der Flugzeugträger USS George Washington aus dem Indo-Pazifik in den Nahen Osten beordert.

    Auch Taiwan wartet dem Bericht zufolge auf die Genehmigung eines 14 Milliarden Dollar schweren Waffenpakets. Trump bezeichnete das Paket nach seinem Gespräch mit Chinas Präsident Xi Jinping im Mai als „Verhandlungsmasse“. Der US-Kongress hatte es bereits im Januar vorab genehmigt. Ende September wird Xi Jinping zu Gesprächen in Washington erwartet.

    Infobox: In Südkorea sind nach Angaben der WELT 28.500 US-Soldaten stationiert. Die amerikanische Militärbasis in Pyeongtaek liegt 800 Kilometer von Shanghai und 1400 Kilometer von Taiwan entfernt. Taiwan wartet auf ein 14 Milliarden Dollar schweres Waffenpaket.

    Umfrage: 50 Prozent sehen Politik als eines der größten Probleme

    Laut einer vom BILD berichteten Forsa-Umfrage sehen inzwischen 50 Prozent der Bundesbürger Politiker und Parteien als eines der größten Probleme Deutschlands. BILD bezeichnet diesen Wert als den höchsten, der in dieser Frage jemals gemessen worden sei.

    Bis 2021 hatte der Anteil laut dem Bericht bei maximal 36 Prozent gelegen; dieser Wert wurde 2005 erreicht. Am Ende der Ampel-Regierung stuften 41 Prozent die Politik als eines der größten Probleme des Landes ein.

    Auch die Bewertung der Bundesregierung fällt schlecht aus. 78 Prozent der Deutschen sind laut einer INSA-Umfrage für BILD mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz unzufrieden.

    Die Parteien schneiden in der Befragung ebenfalls schlecht ab. 84 Prozent der Befragten sind laut Forsa der Ansicht, dass sich die Parteien nicht um die tatsächlichen Sorgen der Bürger kümmern. 56 Prozent glauben, dass keine einzige Partei die Probleme des Landes lösen kann.

    Als größtes Problem gilt weiterhin die Wirtschaft. 79 Prozent nennen die wirtschaftliche Lage als eines der wichtigsten Probleme Deutschlands. BILD nennt dabei hohe Preise, schwaches Wachstum und die Sorge um Arbeitsplätze als zentrale Belastungen.

    Auf Platz drei der Sorgenliste stehen die sozialen Sicherungssysteme. 42 Prozent sehen darin inzwischen große Probleme, was laut BILD deutlich mehr ist als in den vergangenen Jahren.

    Von der Unzufriedenheit profitiert der aktuellen BILD-Sonntagstrend des INSA-Instituts zufolge vor allem die AfD. Sie erreicht 28 Prozent, während die Union auf 20 Prozent kommt. Damit sei die Union so schwach wie seit 5 Jahren nicht.

    Infobox: 50 Prozent sehen Politiker und Parteien als eines der größten Probleme Deutschlands. 79 Prozent nennen die Wirtschaft, 42 Prozent die sozialen Sicherungssysteme. Im BILD-Sonntagstrend erreicht die AfD 28 Prozent und die Union 20 Prozent.

    Einschätzung der Redaktion

    Die zentrale Bedeutung liegt in einer zunehmenden Überlastung politischer und gesellschaftlicher Systeme. Wenn politische Ämter dauerhaft mit 70 bis 90 Stunden pro Woche, hoher Konfliktdichte und wachsender Bürokratie verbunden sind, wird individuelle Erschöpfung zu einem strukturellen Warnsignal. Gleichzeitig schwächt ein politischer Machtkampf ohne realistische Mehrheitsoptionen die Handlungsfähigkeit und verstärkt den Eindruck von Stillstand.

    Die außenpolitischen Entwicklungen verschärfen dieses Bild: Unklare Prioritäten und wechselnde Signale können Bündnispartner verunsichern und strategische Spielräume anderer Staaten vergrößern. Innenpolitisch steigt damit der Druck, verlässlich zu führen, Konflikte zu begrenzen und konkrete Verbesserungen im Alltag zu erreichen. Besonders die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist dafür kein Randthema, sondern eine Voraussetzung gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Stabilität.

    Kurzfazit: Politische Erschöpfung, instabile Mehrheiten, internationale Unklarheit und wirtschaftliche Sorgen verstärken sich gegenseitig. Ohne glaubwürdige Lösungen drohen weitere Vertrauensverluste und eine zusätzliche Stärkung radikaler Kräfte.

    Quellen:

    Hinweis zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz auf dieser Webseite

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