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    Umfrage: CDU verliert in Schleswig-Holstein, AfD und Grüne legen zu

    Symbolbild – ganz oder teilweise KI-generiert
    14.07.2026 78 mal gelesen 2 Kommentare

    Der politische Druck wächst: Eine Umfrage erschüttert die CDU in Schleswig-Holstein, in Sachsen-Anhalt droht ein Machtpoker um die Linke – und auch bei Migration, Pflege und Religion verschärft sich die gesellschaftliche Debatte. Der Pressespiegel zeigt die wichtigsten Kontroversen und Entwicklungen.

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    Schleswig-Holstein: CDU verliert laut Umfrage deutlich an Zustimmung

    Neun Monate vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein sieht eine neue Insa-Umfrage die CDU bei 27 Prozent. Die Partei von Ministerpräsident Daniel Günther bleibt damit zwar stärkste Kraft, verliert jedoch im Vergleich zu einer Insa-Umfrage von Anfang 2025 zwölf Prozentpunkte.

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    Die AfD kommt laut der Erhebung auf 18 Prozent und legt vier Prozentpunkte zu. Damit wäre sie zweitstärkste Kraft. Die Grünen erreichen 17 Prozent und gewinnen ebenfalls vier Prozentpunkte. Sie würden hinter der AfD auf Rang drei liegen.

    ParteiUmfragewertVeränderung
    CDU27 Prozent-12
    AfD18 Prozent+4
    Grüne17 Prozent+4
    SPD15 Prozent-1
    Linkspartei7 Prozent+ 5
    FDP6 Prozent+2
    SSW6 Prozent+-0

    Die SPD erreicht 15 Prozent und verliert einen Prozentpunkt. Die Linkspartei kommt auf 7 Prozent und gewinnt fünf Prozentpunkte, während die FDP bei 6 Prozent liegt und zwei Prozentpunkte zulegt. Der Südschleswigsche Wählerverband erhält unverändert 6 Prozent.

    Beim im April veröffentlichten Schleswig-Holstein-Trend von Infratest dimap im Auftrag des NDR lag die CDU noch bei 33 Prozent. Die Grünen kamen damals auf 19 Prozent und die AfD auf 15 Prozent. Bei der Landtagswahl 2022 hatte die CDU 43,4 Prozent erreicht und die absolute Mehrheit nur um ein Mandat verpasst.

    Die nächste Landtagswahl in Schleswig-Holstein findet am 18. April 2027 statt. WELT weist darauf hin, dass Wahlumfragen mit Unsicherheiten behaftet sind, unter anderem wegen nachlassender Parteibindungen und immer kurzfristigerer Wahlentscheidungen. Umfragen bilden demnach das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung ab und sind keine Prognosen für den Wahlausgang.

    Zusammenfassung: Die CDU liegt laut Insa bei 27 Prozent und verliert zwölf Prozentpunkte. AfD und Grüne gewinnen jeweils vier Prozentpunkte.

    Sachsen-Anhalt: Streit über mögliche Tolerierung durch die Linke

    Der ehemalige Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Christoph Bergner, kritisiert die Warnung ehemaliger CDU-Landeschefs vor einer Tolerierung durch die Linke. Wer für den Fall einer fehlenden Mehrheit der Parteien der Mitte eine CDU-geführte Minderheitsregierung ausschließe, ermögliche stattdessen eine AfD-geführte Minderheitsregierung, sagte Bergner im Interview mit der „Freien Presse“.

    Bergner verwies auf die Möglichkeit, dass sich ein AfD-Kandidat im dritten Wahlgang im Landtag durchsetzen könnte. In diesem Wahlgang sei keine Mehrheit über 50 Prozent nötig, sondern es gewinne derjenige mit den meisten Stimmen.

    „In Thüringen und Sachsen wurden vernünftige Lösungen gefunden, damit CDU-Ministerpräsidenten auch ohne CDU-Mehrheit im Landtag ins Amt gewählt werden konnten“, sagte Christoph Bergner laut SZ.de.

    In Thüringen und Sachsen hatte die Linke nach den Wahlen 2024 für Minderheitsregierungen gestimmt. Bergner war von Dezember 1993 bis Juli 1994 Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt. Auf seine Amtszeit folgte eine rot-grüne Minderheitsregierung unter Reinhard Höppner, die auf die Tolerierung durch die PDS, die Vorgängerpartei der Linken, angewiesen war.

    Die ehemaligen CDU-Landeschefs Karl-Heinz Daehre und Gerd Gies hatten sich in einem offenen Brief an Ministerpräsident Schulze gegen eine Tolerierung durch die Linke ausgesprochen. Die CDU werde „in der Bedeutungslosigkeit versinken“, wenn sie sich wie im „Magdeburger Modell“ von 1994-2002 von der Linken tolerieren lasse. Diese Zeit sei verheerend gewesen; Sachsen-Anhalt sei bundesweit zum Träger der „roten Laterne“ geworden.

    In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt. Nach den jüngsten Umfragen kann die Koalition aus CDU, SPD und FDP ihre Mehrheit nicht verteidigen. Die AfD liegt deutlich vorn und strebt eine Alleinregierung an. Als Alternative wird eine CDU-geführte Minderheitsregierung genannt, die gegebenenfalls punktuell mit der Linken zusammenarbeiten müsste.

    Ministerpräsident Schulze lehnt sowohl eine Koalition mit der AfD als auch mit der Linken ab. Er betonte mehrfach, dass es in seiner Regierung weder Minister der Linkspartei noch der AfD geben werde. Eine Minderheitsregierung schließt diese Aussage jedoch nicht aus.

    Zusammenfassung: Christoph Bergner warnt vor einer AfD-geführten Minderheitsregierung, falls eine CDU-geführte Minderheitsregierung grundsätzlich ausgeschlossen wird. In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt.

    Gaby Köster kritisiert Politik und sorgt sich um ihre finanzielle Zukunft

    Die Schauspielerin und Komikerin Gaby Köster hat die Politik wegen des Umgangs mit pflegebedürftigen Menschen scharf kritisiert. Die 64-Jährige sagte der Deutschen Presse-Agentur, sie habe „wirklich Panik“, wie es finanziell weitergehe, und vermisse das Fernsehen.

    Köster musste ihre Karriere 2008 nach einem Schlaganfall beenden und ist heute auf einen Rollstuhl angewiesen. Sie sagte, sie habe Pflegestufe zwei und könne sich beispielsweise selbst nichts kochen. Einen Antrag auf eine höhere Einstufung lehne die Krankenkasse nach ihrer Darstellung mit dem Hinweis ab, sie sei „nicht dement genug“ und der Schlaganfall liege schon zu lange zurück.

    „Ich wiege noch 58 Kilo bei 1,76 und das ist alles nicht lustig“, sagte Gaby Köster laut T-Online.

    Sie beschäftigt eine Reinigungsfrau und jemanden, der für sie einkaufen geht. Außerdem unterstütze sie eine Nachbarin. Ohne diese Hilfe, sagte Köster, würde sie nicht mehr in ihrer jetzigen Situation leben können.

    Von der Politik fühle sie sich im Stich gelassen. Sie verwies darauf, in ihrem Leben „ich weiß nicht wie viel an Steuern“ bezahlt zu haben, und kritisierte: „So kann man nicht mit Menschen umgehen.“ Von Politikern wünsche sie sich, dass sie mindestens eine Schicht bei Pflegekräften absolvieren.

    „Applaus für Pflegepersonal reicht nicht, da können die weder Miete von zahlen noch sich ernähren oder ihre Kinder anständig beaufsichtigen“, sagte Köster laut T-Online.

    Besonders scharf äußerte sie sich auch zur Abhängigkeit des deutschen Pflege- und Gesundheitssystems von ausländischen Beschäftigten. Dabei richtete sie einen bissigen Kommentar an die AfD und verwies darauf, dass 80 Prozent der Menschen, die in Pflegeheimen und Krankenhäusern arbeiten, Ausländer seien.

    Köster ist von diesem Donnerstag an in dem Dokumentarfilm „Was haben wir gelacht“ im Kino zu sehen. Der Film beschäftigt sich mit dem Frauenbild in deutschen Fernsehshows der 1990er und frühen 2000er Jahre. Köster war damals meist die einzige Frau in der RTL-Show „7 Tage - 7 Köpfe“.

    Rückblickend sieht sie ihre Arbeit als eine der wenigen Frauen im deutschen Humorfach auch als gesellschaftlich bedeutsam. Sie sagte, sie habe die Möglichkeit gehabt, Dinge auszusprechen, die andere Menschen wegen ihrer Arbeit oder aus anderen Gründen nicht sagen könnten.

    Zusammenfassung: Gaby Köster berichtet von finanziellen Sorgen, ihrer Pflegebedürftigkeit und einem Körpergewicht von 58 Kilo bei 1,76. Sie fordert von der Politik mehr praktische Erfahrung und Unterstützung für Pflegebedürftige und Pflegekräfte.

    Umfrage: 51 Prozent befürworten vollständige Grenzschließung für Flüchtlinge

    In Deutschland haben sich laut einer repräsentativen Umfrage 51 Prozent für eine vollständige Schließung der Grenzen für Flüchtlinge ausgesprochen. Gleichzeitig befürworten 69 Prozent das Recht, in einem anderen Land Schutz vor Krieg oder Verfolgung zu suchen.

    Die Ergebnisse stammen aus einer globalen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Ipsos UK, die gemeinsam mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR veröffentlicht wurde. Die Ipsos-UK-Direktorin Trinh Tu erklärte laut Tagesspiegel, in vielen Ländern zeige sich eine gleichzeitige grundsätzliche Unterstützung für Flüchtlingsschutz und Skepsis gegenüber seiner Umsetzung.

    Befragt wurden 21.521 Erwachsene in 29 Ländern zwischen dem 24. April und dem 8. Mai 2026. In Deutschland nahmen rund 1000 Menschen teil, die als repräsentativ für die Bevölkerung gelten. Das Institut gibt für 1000 Befragte eine Fehlertoleranz von plus oder minus 3,5 Prozentpunkten an.

    AussageZustimmung in Deutschland
    Vollständige Schließung der Grenzen für Flüchtlinge51 Prozent
    Recht auf Schutz vor Krieg oder Verfolgung in einem anderen Land69 Prozent
    Viele Asylsuchende seien nicht wirklich schutzbedürftig62 Prozent
    Flüchtlinge werden sich erfolgreich integrieren30 Prozent
    Flüchtlinge leisten einen positiven Beitrag35 Prozent

    62 Prozent der Befragten in Deutschland waren der Ansicht, viele Asylsuchende seien nicht wirklich schutzbedürftig, sondern suchten wirtschaftliche Chancen oder Sozialleistungen. Die Einstellungen in Deutschland entsprechen damit laut Bericht in etwa dem Durchschnitt der 29 untersuchten Länder.

    Bei der Integration ist die Skepsis in Deutschland besonders ausgeprägt. Während in allen Ländern zusammen durchschnittlich 44 Prozent glauben, dass Flüchtlinge sich erfolgreich integrieren werden, liegt dieser Wert in Deutschland bei 30 Prozent. Einen positiven Beitrag von Flüchtlingen sehen in Deutschland 35 Prozent, verglichen mit 39 Prozent in allen Ländern zusammen.

    Die Erhebung zeigt außerdem Unterschiede zwischen den Generationen. Weltweit glauben 49 Prozent der Generation Z, deren Jahrgänge mit 1997-2012 angegeben werden, dass sich Flüchtlinge erfolgreich integrieren. Bei den Babyboomern, die mit den Jahrgängen 1946-1964 beschrieben werden, sind es 39 Prozent.

    Zusammenfassung: 51 Prozent in Deutschland sprechen sich laut Ipsos-UK- und UNHCR-Umfrage für eine vollständige Grenzschließung aus, während 69 Prozent das Recht auf Schutz vor Krieg oder Verfolgung befürworten. Die Erhebung umfasst 21.521 Erwachsene in 29 Ländern.

    Arbeitsrecht: „Geringfügige sexuelle Betätigung“ im Homeoffice

    Ein Arbeitsrechtler und eine Fachanwältin erläutern laut BILD, warum eine „geringfügige sexuelle Betätigung“ während der Arbeitszeit im Homeoffice erlaubt sein kann. Zugleich geht es um die Grenzen privater Beschäftigungen während der Arbeitszeit und um Situationen, in denen es arbeitsrechtlich problematisch werden kann.

    Der Bericht stellt heraus, dass Homeoffice nicht nur das Arbeiten am Laptop am Küchentisch bedeutet, sondern auch private Freiräume eröffnet. Die konkreten Antworten der Experten sind laut BILD nur mit BILDplus vollständig abrufbar.

    Zusammenfassung: BILD thematisiert die arbeitsrechtliche Einordnung privater sexueller Betätigung im Homeoffice. Der Beitrag verweist auf erlaubte Bereiche, klare Grenzen und mögliche problematische Fälle.

    Theologe Magnus Striet: Religiöse Bezüge in der Politik müssen Freiheit und Demokratie dienen

    Der Freiburger Fundamentaltheologe Magnus Striet verteidigt religiöse Bezüge in der Politik, stellt sie jedoch unter die Bedingung, dass sie Freiheit und Demokratie unterstützen. Im Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ sagte er, Politiker dürften mit Gott Politik machen, es komme aber darauf an, mit welchem Gottesverständnis dies geschehe.

    „Wenn man die liberale Demokratie verteidigen will, muss Gott so gestrickt sein, dass er die Freiheitssehnsucht des Menschen bedient und akzeptiert. Sonst nicht“, sagte Magnus Striet laut Katholisch.de.

    Mit Blick auf die Politik von US-Präsident Donald Trump und dessen „Make America Great Again“-Bewegung kritisierte Striet die Berufung auf Gott und christliche Kategorien im Zusammenhang mit „America first“. Diese Kategorien entsprängen aus seiner Sicht ideologischen Fantasien.

    „Wollen wir ernsthaft an einen Gott glauben, der nationale Interessen bedient? Und der sich dagegen sträubt, dass Menschen ihr Leben selbstbestimmt führen?“, fragte Striet laut Katholisch.de.

    Auch der katholischen Kirche stellte Striet ein kritisches Zeugnis aus. Auf lehramtlicher Ebene meine die römisch-katholische Kirche nach wie vor, Religion als ethisch-normative Macht dem Staat vorordnen zu müssen. Auf doktrinärer Ebene sei sie dadurch ein Hemmnis für eine liberale, säkulare und plurale Gesellschaft.

    Gleichzeitig verwies Striet auf zahlreiche Gruppierungen im gelebten Christentum, die die Ideen der liberalen Demokratie stützten und förderten. Seine Kritik richtet sich damit vor allem gegen ein religiöses Verständnis, das staatliche Ordnung und individuelle Selbstbestimmung einschränkt.

    Zusammenfassung: Magnus Striet befürwortet religiöse Bezüge in der Politik, wenn sie Freiheit und Demokratie stärken. Trumps Berufung auf Gott und bestimmte lehramtliche Positionen der katholischen Kirche kritisiert er als demokratiehemmend.

    Einschätzung der Redaktion

    Die Entwicklung ist politisch vor allem deshalb relevant, weil sie etablierte Mehrheiten unter erheblichen Druck setzt und die Bildung tragfähiger Regierungen erschwert. Entscheidend wird sein, ob die CDU verlorenes Vertrauen zurückgewinnt oder ob sich die politische Mitte dauerhaft weiter ausdifferenziert.

    Kernaussage: Die Umfragewerte signalisieren wachsende Instabilität und einen verschärften Wettbewerb um die politische Mitte.

    Quellen:

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    Die Zahlen aus Schleswig-Holstein sind schon ein deutlicher Warnschuss für die CDU, auch wenn man Umfragen natürlich nicht mit einem Wahlergebnis verwechseln sollte. Zwölf Prozentpunkte weniger als Anfang 2025 ist allerdings mehr als ein kleiner Ausrutscher. Offenbar reicht der Ruf nach Stabilität allein nicht mehr, wenn viele Leute das Gefühl haben, dass bei Themen wie Wohnen, Pflege, Migration und Kosten des Alltags zu wenig vorangeht. Interessant finde ich, dass nicht nur die AfD gewinnt, sondern auch die Grünen und die Linkspartei zulegen. Das sieht eher nach einer allgemeinen Unzufriedenheit mit den großen Parteien aus als nach einer einfachen Verschiebung nach rechts.

    Bei der Diskussion in Sachsen-Anhalt wird es dann richtig kompliziert. Eine Zusammenarbeit mit der AfD auszuschließen, halte ich für richtig, gerade wenn diese Partei eine Alleinregierung anstrebt und demokratische Institutionen immer wieder unter Druck setzt. Aber gleichzeitig kann man nicht einfach sagen, jede Form von Zusammenarbeit mit der Linken sei ebenfalls unmöglich, ohne zu erklären, wie am Ende überhaupt eine handlungsfähige Regierung entstehen soll. Eine Tolerierung ist keine Koalition und bedeutet auch nicht automatisch, dass man alle politischen Positionen teilt. Man müsste das sehr genau begrenzen und transparent machen. Sonst entsteht tatsächlich die absurde Situation, dass man aus Angst vor einem politischen Tabubruch am Ende eine Regierung ermöglicht, die man noch viel weniger will.

    Der Fall Gaby Köster zeigt für mich am deutlichsten, wie weit politische Sonntagsreden und der Alltag auseinanderliegen. Pflegekräfte zu beklatschen kostet nichts, eine vernünftige Finanzierung und bessere Arbeitsbedingungen dagegen schon. Wenn jemand wegen eines Schlaganfalls nicht selbst kochen oder einkaufen kann, sollte die Unterstützung nicht davon abhängen, ob die Person nach irgendeinem starren Kriterienkatalog „krank genug“ wirkt. Gerade bei Pflegebedürftigkeit gibt es ja nicht nur Demenz oder gar nichts dazwischen. Dass Betroffene zusätzlich private Hilfe organisieren müssen, obwohl sie ihr Leben lang Beiträge und Steuern gezahlt haben, ist schon ein Armutszeugnis.

    Die Umfrage zur Migration finde ich ebenfalls interessant, vor allem wegen des scheinbaren Widerspruchs zwischen 69 Prozent Zustimmung zum Schutz vor Krieg und Verfolgung und 51 Prozent für komplett geschlossene Grenzen. Für mich heißt das nicht unbedingt, dass die Menschen grundsätzlich gegen Flüchtlinge sind. Viele wollen offenbar das Recht auf Asyl erhalten, haben aber den Eindruck, dass das Verfahren nicht funktioniert, die Kommunen überlastet sind und Regeln nicht konsequent umgesetzt werden. Wenn Politik diesen Unterschied ignoriert, wird die Debatte nur noch schärfer. Humanität und Ordnung sollten eigentlich kein Gegensatz sein, werden aber ständig so behandelt.

    Und dass ein großer Teil des Pflegepersonals aus dem Ausland kommt, sollte man sich wirklich öfter klarmachen, bevor man pauschal über Migration redet. Ohne diese Beschäftigten würde das System vermutlich schon heute an vielen Stellen zusammenbrechen. Man kann über bessere Steuerung und Integration diskutieren, aber man sollte nicht so tun, als wären die Menschen, die unsere Eltern und Großeltern versorgen, das Problem.

    Der Homeoffice-Abschnitt wirkt im Vergleich dazu fast wie ein bewusst gesetzter Klickköder. Natürlich gibt es auch im Homeoffice Grenzen, schließlich wird man für Arbeitszeit bezahlt und nicht für private Erledigungen. Aber dass sich daraus gleich eine große arbeitsrechtliche Grundsatzfrage machen lässt, sagt vermutlich mehr über die Schlagzeilen als über die tatsächlichen Probleme im Berufsleben aus. Spannender wäre die Frage, wie Arbeitgeber generell mit Vertrauen, Leistung und Kontrolle umgehen.

    Beim Thema Religion sehe ich es ähnlich wie Magnus Striet: Religiöse Überzeugungen dürfen in einer Demokratie natürlich vorkommen, aber niemand kann daraus einen Freifahrtschein für politische Entscheidungen ableiten. Sobald jemand behauptet, Gott stehe eindeutig hinter der eigenen Nation oder Partei, wird es gefährlich. Politik muss am Ende begründen können, warum eine Entscheidung für alle Bürger gelten soll, auch für diejenigen, die diesen Glauben nicht teilen.

    Unterm Strich zeigen die ganzen Meldungen vor allem eines: Die Menschen verlieren nicht unbedingt das Interesse an Politik, sondern das Vertrauen, dass Politik ihre konkreten Probleme lösen kann. Wer das ändern will, braucht weniger Symbolik, weniger Empörung und mehr nachvollziehbare Entscheidungen. Sonst profitieren weiterhin die Parteien, die am lautesten behaupten, alle anderen hätten keine Ahnung.
    Der Homeoffice-Teil ist wirklich ein kurioser Ausflug in die Arbeitsrechtsrubrik. Mich würde eher interessieren, wie klar Arbeitgeber private Dinge im Homeoffice überhaupt regeln dürfen, ohne gleich jede Vertrauensbasis kaputtzumachen.

    Zusammenfassung des Artikels

    Der Pressespiegel beleuchtet CDU-Verluste in Schleswig-Holstein, einen Streit über mögliche Linken-Tolerierung in Sachsen-Anhalt sowie Debatten über Pflege und Migration.

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