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    AfD-Verbotsdebatte, Asylzahlen und Schwedens enge Parlamentswahl

    KI-generiert
    13.09.2026 39 mal gelesen 1 Kommentare

    Die politische Debatte bleibt in Bewegung: Hans-Jürgen Papier warnt vor den Folgen einer weiteren AfD-Verbotsdiskussion, neue Asylzahlen liefern Stoff für kontroverse Bewertungen und in Schweden entscheidet sich ein enges Rennen über die künftige Rolle der Rechtspopulisten. Hinzu kommt Donald Trumps politisch geprägter Irland-Besuch. Der Pressespiegel ordnet die wichtigsten Entwicklungen ein.

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    AfD-Verbotsdebatte, Asylzahlen und Wahlen: Der politische Pressespiegel

    Hans-Jürgen Papier warnt vor weiterer AfD-Verbotsdebatte

    Nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt fordert der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, ein sofortiges Ende der Debatte über ein mögliches Parteiverbot. Gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ bezeichnete er die wiederholte Forderung nach einem Verbotsverfahren oder einer Prüfung als „höchst unklug“ und sagte: „Das nützt nur der AfD und sollte endlich unterlassen werden.“ Quelle: ntv.de.

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    Die Erfolgsaussichten eines Verbotsantrags durch Bundesregierung, Bundestag oder Bundesrat schätzt Papier als äußerst gering ein. Nach dem allgemein bekannten Material sei ein AfD-Verbot „rechtlich nicht begründbar“. Voraussetzung wäre aus seiner Sicht, dass die Partei darauf ausgerichtet ist, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen. Dies sei nicht mit der Einstufung durch den Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem gleichzusetzen, da es sich dabei lediglich um Einschätzungen einer Behörde handele.

    Der Rechtswissenschaftler verwies außerdem auf das im Grundgesetz verankerte Parteienprivileg. Ein Parteiverbot sei seinem Wesen nach ein undemokratisches Mittel und solle nur angestrengt werden, wenn die strengen Voraussetzungen nachweisbar erfüllt seien.

    Auch vor alarmistischen Szenarien warnt Papier. Die Demokratie als solche sei nicht in Gefahr, es drohe weder ein Staatsstreich noch ein Zerfall der staatlichen Ordnung. Eine AfD-Regierung auf Landesebene wäre an Rechtsstaatlichkeit und Föderalismus gebunden; derzeit gebe es keine Anzeichen, dass die AfD willens und in der Lage sei, diese Ordnung zu sprengen.

    Die sogenannte Brandmauer-Politik bewertet Papier ebenfalls kritisch. Er sei zwar nicht dafür, Koalitionen mit der AfD zu bilden, halte es aber für nicht besonders klug, wenn Parteien der Mitte ihren Gestaltungsspielraum beschneiden, weil sie ihre Politik nicht mit Stimmen der AfD durchsetzen wollten. Auf Dauer könne dadurch der Parlamentarismus beschädigt werden.

    „Politisch sei die wiederholte Forderung, ein Verbotsverfahren einzuleiten oder zu prüfen, höchst unklug.“ – Hans-Jürgen Papier, zitiert von ntv.de

    Auslöser der erneuten Debatte war unter anderem der Vorstoß des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst. Er hatte eine Prüfung durch eine Gruppe aus Experten von Bund und Ländern, Verfassungsrechtlern und Beamten des Verfassungsschutzes vorgeschlagen und dafür Widerspruch aus der eigenen Partei erhalten.

    Zusammenfassung: Hans-Jürgen Papier hält ein AfD-Verbotsverfahren für rechtlich kaum begründbar und warnt vor Alarmismus sowie einer weiteren Einschränkung des parlamentarischen Gestaltungsspielraums.

    Weniger Asylanträge, aber höhere Schutzquote

    Die Zahl der neuen Asylbewerber in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2026 gesunken, während der Anteil der Menschen mit Schutzstatus gestiegen ist. Nach Angaben der Bundesregierung lag die bereinigte Schutzquote des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge bei 47,4 Prozent, nachdem sie im Gesamtjahr 2025 noch 37,5 Prozent betragen hatte. Quelle: SZ.de unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur.

    Bei der bereinigten Schutzquote werden formelle Entscheidungen herausgerechnet, bei denen das Schutzgesuch inhaltlich nicht geprüft wird. Dazu gehören auch Verfahren, für die ein anderes EU-Land zuständig ist.

    ZeitraumBereinigte Schutzquote
    Erstes Halbjahr 202647,4 Prozent
    Gesamtjahr 202537,5 Prozent

    Eine wichtige Rolle spielte der Familienschutz. Im ersten Halbjahr 2026 wurde in 21.195 Fällen auf dieser Grundlage ein Schutzstatus vergeben. Das entsprach 45,6 Prozent der positiven Entscheidungen; dabei wurden auch Abschiebungsverbote berücksichtigt.

    Afghanistan war das wichtigste Herkunftsland der Menschen, die im ersten Halbjahr einen Asylantrag in Deutschland stellten. Die bereinigte Schutzquote lag bei Menschen aus Afghanistan bei 89,3 Prozent, bei Menschen aus dem Iran bei 42,2 Prozent. Die Zahl der Geflüchteten aus Syrien sank infolge des Machtwechsels in Damaskus.

    Für die hohe Schutzquote bei Afghaninnen ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom Oktober 2024 von Bedeutung. Darin wurde festgestellt, dass Frauen aus Afghanistan grundsätzlich einen Schutzanspruch haben. Im ersten Halbjahr 2026 wurde bei knapp 95 Prozent der Entscheidungen über Afghaninnen ein Schutzstatus erteilt.

    Geringe praktische Bedeutung hatte bislang die seit Februar 2024 geltende Strafvorschrift gegen unrichtige oder unvollständige Angaben im Asylverfahren. Laut Bundesregierung gab es seit ihrem Inkrafttreten insgesamt drei Strafanzeigen des Bamf. Eine davon wurde wegen Geringfügigkeit beziehungsweise fehlenden öffentlichen Interesses eingestellt. Die fluchtpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Clara Bünger, bezeichnete viele dieser Maßnahmen als „in der Praxis wenig hilfreich“.

    Im ersten Halbjahr 2026 wurden 39.646 Erstanträge registriert. Im Vorjahreszeitraum waren es 72.818 Erstanträge. 61,3 Prozent der Antragsteller legten weder einen Pass noch einen Personalausweis oder Passersatzpapiere vor.

    AngabeWert
    Erstanträge im ersten Halbjahr 202639.646
    Erstanträge im Vorjahreszeitraum72.818
    Antragsteller ohne amtliches Ausweisdokument61,3 Prozent
    Ausgelesene Handys von Erstantragstellern ohne Pass oder Passersatz3,5 Prozent
    Ausgelesene Handys853
    Freigegebene und ausgewertete Berichte263

    Besonders häufig fehlten amtliche Dokumente bei Antragstellern, die nach eigenen Angaben aus Somalia, Algerien, Guinea oder Eritrea stammten. In den ersten sechs Monaten des Jahres wurden mobile Datenträger von 3,5 Prozent der Erstantragsteller ohne Pass oder Passersatz ausgelesen. Insgesamt wurden 853 Handys ausgelesen, von denen letztlich 263 Berichte freigegeben und ausgewertet wurden.

    Die Bundesregierung teilte außerdem mit, dass nur ein Teil der Asylantragsteller unerlaubt eingereist sei. In den ersten drei Monaten des Jahres betraf dies mehr als 5.500 Menschen, die entweder mit einem Visum oder als Touristen aus visumfreien Herkunftsländern eingereist waren. 3.290 Asylsuchende kamen im ersten Halbjahr aus Ländern, deren Staatsbürger als Touristen visumfrei einreisen können, darunter Georgien, Moldau und Venezuela.

    Weitere 6.962 Asylerstanträge wurden im ersten Halbjahr 2026 für Kinder von Geflüchteten gestellt, die in Deutschland geboren wurden. Das entsprach rund 17,6 Prozent aller Asylerstanträge.

    Zusammenfassung: Im ersten Halbjahr 2026 gingen die Erstanträge auf 39.646 zurück, während die bereinigte Schutzquote auf 47,4 Prozent stieg. Afghanistan war das wichtigste Herkunftsland, und bei knapp 95 Prozent der Entscheidungen über Afghaninnen wurde ein Schutzstatus erteilt.

    Schweden wählt zwischen Machtwechsel und neuer Regierungsbeteiligung der Rechtspopulisten

    In Schweden entscheidet sich bei der Parlamentswahl, ob Ministerpräsident Ulf Kristersson im Amt bleibt oder die Sozialdemokratin Magdalena Andersson zurückkehrt. Rund acht Millionen Menschen waren aufgerufen, abzustimmen. Quelle: SZ.de unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur.

    Die Opposition hatte in den Umfragen lange deutlich vorne gelegen, doch vor der Wahl zeichnete sich ein engeres Rennen ab. Im Mittelpunkt des Wahlkampfs standen Migration, Bandenkriminalität und härtere Strafen. Außerdem ging es um die Arbeitslosigkeit, das Gesundheitssystem und die Lebenshaltungskosten.

    Kristerssons Koalition aus Konservativen, Christdemokraten und Liberalen regierte bereits mit Unterstützung der rechtspopulistischen Schwedendemokraten. Die Regierung hatte sich vor vier Jahren vorgenommen, die tödliche Bandengewalt einzudämmen, und verweist nun darauf, dass die Zahl der Schießereien zurückgegangen sei.

    Der konservative Parteienblock will die Gesetze zur Bekämpfung der Bandenkriminalität weiter verschärfen und tritt für härtere Strafen ein als der von Andersson angeführte linksgerichtete Block. Auch die Sozialdemokraten wollen gegen Bandenkriminalität vorgehen, stoßen bei den härtesten Maßnahmen jedoch auf Widerstand der Linken und Grünen.

    Uneinigkeit besteht auch bei der Energieversorgung. Magdalena Andersson setzt auf einen Ausbau der Windkraft, während Ulf Kristersson erklärt: „Mehr Wind ist nicht die Antwort auf Schwedens Problem. Kernkraft ist die Lösung.“

    Mehr als zwei Millionen Menschen hatten bereits vor dem Wahltag abgestimmt. Die Sozialdemokraten sind traditionell die stärkste politische Kraft des Landes, doch die Bildung einer Regierung blieb nach den Angaben der Quelle unabhängig vom Wahlergebnis kompliziert.

    Kristersson stellte zudem in Aussicht, dass die Schwedendemokraten Teil einer künftigen Regierung werden könnten. Bei der Wahl 2022 hatten die Rechtspopulisten mit einem Rekordergebnis Kristerssons Moderaterna als zweitstärkste Kraft im Parlament überholt und die konservative Minderheitsregierung anschließend als Mehrheitsbeschaffer unterstützt.

    Eine Regierungsbeteiligung der Schwedendemokraten wäre ein Novum in Schweden. Der Politologe und Nordeuropa-Experte Tobias Etzold erklärte jedoch, der eigentliche Tabubruch habe bereits vor vier Jahren stattgefunden, als die konservativen Parteien die Zusammenarbeit mit den Schwedendemokraten in einer Minderheitsregierung begonnen hätten.

    „Der eigentliche Tabubruch hat vor vier Jahren stattgefunden, als die konservativen Parteien gesagt haben: Wir arbeiten als Minderheitsregierung mit den Schwedendemokraten zusammen.“ – Tobias Etzold, zitiert von SZ.de

    Zusammenfassung: Die schwedische Wahl entscheidet über den Fortbestand der Regierung Kristersson und darüber, ob die Schwedendemokraten erstmals offiziell an einer Regierung beteiligt werden.

    Rechter Block verkürzt Rückstand in schwedischen Umfragen

    Auch Euractiv berichtet von einem unerwartet engen Wahlkampf in Schweden. Die Sozialdemokraten unter Magdalena Andersson lagen weiterhin vorne, doch ihr Vorsprung von 8 Prozent war geschmolzen, sodass das Wahlergebnis nicht verlässlich prognostiziert werden konnte. Quelle: euractiv.com.

    Während des größten Teils des Wahlkampfs hatten die vier Oppositionsparteien einen deutlichen, zeitweise sogar zweistelligen Vorsprung. Gleichzeitig schienen die Liberalen, das kleinste Mitglied der Regierungskoalition von Ulf Kristersson, an der 4-Prozent-Hürde für den Einzug in den Reichstag zu scheitern.

    Ein Ausscheiden der Liberalen hätte die Mehrheitsbildung für Kristerssons rechten Block nahezu unmöglich gemacht. Eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage sah die Liberalen jedoch bei 5,8 Prozent. Etwas mehr als eine Woche zuvor waren sie noch auf 3,3 Prozent gekommen.

    UmfrageangabeWert
    Vorsprung der Opposition im Augustrund 8 Prozent
    Unterstützung der Liberalen in einer Umfrage5,8 Prozent
    Unterstützung der Liberalen etwas mehr als eine Woche zuvor3,3 Prozent
    Abstand zwischen Regierungsblock und Opposition in einer am Freitag veröffentlichten Umfrage0,4 Prozent

    In einer am Freitag veröffentlichten Umfrage war der Abstand zwischen dem als „Tidö-Parteien“ bezeichneten Regierungsblock und der Opposition auf 0,4 Prozent geschrumpft. Dieser Wert lag innerhalb der Fehlermarge der Umfrage.

    Bei den Liberalen gab es lange einen Konflikt zwischen sozialliberalen Kräften, die die Schwedendemokraten isolieren wollten, und einem Flügel, der die Partei in Kristerssons Mitte-Rechts-Regierung halten wollte. Parteichefin Simona Mohamsson gab im März die verbliebene rote Linie der Partei auf und akzeptierte, dass liberale und schwedendemokratische Minister gemeinsam in einer Koalition amtieren könnten.

    Die Regierung ist weiterhin auf eine enge Zusammenarbeit mit den Schwedendemokraten angewiesen, um ihre parlamentarische Mehrheit zu sichern. Damit wird die Wahl zugleich zu einer Entscheidung über die künftige Rolle der Rechtspopulisten im politischen System Schwedens.

    Zusammenfassung: Der Abstand zwischen den politischen Blöcken schrumpfte laut Euractiv auf 0,4 Prozent. Die Liberalen verbesserten sich in einer Umfrage von 3,3 Prozent auf 5,8 Prozent und könnten damit für die Regierungsbildung entscheidend sein.

    Trump trifft in Irland Regierungs- und Staatsvertreter

    US-Präsident Donald Trump hat in Dublin den Premierminister Martin und Präsidentin Connolly getroffen. Anschließend reiste er nach Doonbeg weiter, wo derzeit ein Golfturnier auf Trumps eigenem Golfplatz stattfindet. Quelle: tagesschau.de.

    Der Besuch verbindet politische Gespräche mit einem Aufenthalt auf dem Golfplatz des US-Präsidenten. In der Berichterstattung stehen damit sowohl die Treffen mit den irischen Spitzenvertretern als auch Golf und Proteste im Mittelpunkt.

    Zusammenfassung: Trump absolvierte in Irland politische Gespräche in Dublin und reiste danach zu seinem Golfplatz in Doonbeg weiter, auf dem ein Turnier stattfindet.

    Einschätzung der Redaktion

    Die politische Brisanz liegt weniger in einzelnen Schlagzeilen als in der zunehmenden Verschiebung politischer Konflikte auf symbolische Felder. Ein Parteiverbot darf weder als taktische Beruhigung noch als Ersatz für politische Auseinandersetzung dienen. Entscheidend bleiben rechtsstaatlich belastbare Kriterien und die Fähigkeit demokratischer Parteien, überzeugende Alternativen anzubieten.

    Die Asylzahlen sprechen zugleich für eine nüchterne Betrachtung: Sinkende Antragstellungen und eine höhere Schutzquote verlangen eine Politik, die zwischen berechtigten Schutzansprüchen, fairen Verfahren und konsequenter Rückführung ohne Schutzgrund unterscheidet. Pauschale Deutungen würden der Datenlage nicht gerecht.

    Die Entwicklung in Schweden zeigt, wie dauerhaft rechtspopulistische Parteien den politischen Handlungsspielraum prägen können, selbst wenn sie zunächst nicht formell regieren. Ihre Einbindung kann Mehrheiten sichern, verschiebt aber zugleich die Grenzen des politisch Akzeptierten. Für demokratische Systeme ist daher nicht nur das Wahlergebnis maßgeblich, sondern auch, welche Kooperationsformen daraus entstehen.

    Infobox: Die zentrale Konsequenz ist ein wachsender Druck auf etablierte Parteien, Rechtsstaatlichkeit, Migrationspolitik und den Umgang mit Rechtspopulisten zugleich sachlich, glaubwürdig und strategisch konsistent zu gestalten.

    Quellen:

    Hinweis zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz auf dieser Webseite

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    Gerade bei den Asylzahlen zeigt sich doch, wie wenig pauschale Empörung bringt: weniger Anträge, aber höhere Schutzquote – darüber sollte man sachlich reden, statt alles in ein politisches Schlagwort zu pressen.
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