Tosquelles. Politiken des Wahnsinns
Buch über kritische Psychiatrie und Gesellschaft
Entdecken Sie kritische Psychiatrie, queere Politik und künstlerische Emanzipation in einem wegweisenden Sammelband.
Kurz und knapp
- Umfassender Sammelband über François Tosquelles und seine antifaschistischen, queeren sowie transversalen Praktiken in Psychiatrie, Kunst und Politik.
- Erste umfassende deutschsprachige Auseinandersetzung mit Tosquelles’ Leben, Werk und Wirkungsgeschichte, insbesondere seiner Arbeit in der Klinik von Saint-Alban.
- Einblicke in die institutionelle Psychotherapie und einen Ansatz, der Grenzen zwischen Patientinnen und Patienten, Pflegepersonal, Kunst, Politik und Alltag infrage stellt.
- Verbindungen zu prägenden Denkerinnen und Denkern wie Félix Guattari, Frantz Fanon, Jean Oury, Franco Basaglia, Fernand Deligny und Karl Marx.
- Aktuelle Bedeutung für den Umgang mit psychischen Krisen sowie Anregungen, Vorstellungen von Normalität, Krankheit und gesellschaftlicher Teilhabe neu zu denken.
- Geeignet für Interessierte an kritischer Psychiatrie, politischer Theorie, Queer Studies, Kunstgeschichte und sozialen Bewegungen; ergänzt durch ein Interview mit Tosquelles aus dem Jahr 1989.
Beschreibung:
Tosquelles. Politiken des Wahnsinns ist ein wegweisender Sammelband über den katalanisch-französischen Psychiater François Tosquelles (1912–1994) und seine antifaschistischen, queeren sowie transversalen Praktiken. Als erste umfassende Auseinandersetzung mit Tosquelles im deutschsprachigen Raum eröffnet das Buch neue Perspektiven auf Psychiatrie, Gesellschaft, Kunst und politische Emanzipation.
Im Mittelpunkt steht Tosquelles’ Arbeit in der Klinik von Saint-Alban und die Entwicklung der institutionellen Psychotherapie. Seine transversale Praxis stellte bestehende Grenzen infrage: zwischen Patientinnen und Patienten, Pflegepersonal, Kunst, Politik und Alltag. Dadurch wird Tosquelles. Politiken des Wahnsinns zu einer wichtigen Lektüre für alle, die sich für alternative Formen der Psychiatrie, kritische Gesellschaftstheorie und die Geschichte antifaschistischer Bewegungen interessieren.
Die Beiträge aktualisieren die Genealogien von Tosquelles’ vielseitigem Umfeld und seiner Wirkungsgeschichte. Bezüge zu Félix Guattari, Frantz Fanon, Georges Daumézon, Jean Oury, Franco Basaglia, Fernand Deligny, Gérard Nerval und Karl Marx zeigen, wie eng psychiatrische Praxis, politische Veränderung und kulturelle Produktion miteinander verbunden sind. Die Autorinnen und Autoren fragen zugleich, welches Potenzial Tosquelles’ Denken für die Gegenwart besitzt.
Stellen Sie sich eine Klinik vor, in der nicht allein Diagnosen und Behandlungsmethoden zählen, sondern auch gemeinsames Arbeiten, künstlerische Ausdrucksformen und gesellschaftliche Teilhabe. Genau diese Atmosphäre macht Tosquelles’ Ansatz bis heute relevant. Tosquelles. Politiken des Wahnsinns lädt dazu ein, vertraute Vorstellungen von Normalität und Krankheit zu hinterfragen und neue Wege im Umgang mit psychischen Krisen zu entdecken.
Der Sammelband knüpft an die lebhafte internationale Rezeption von Tosquelles’ Arbeit im Kunstfeld an, die sich in Archiv- und Forschungsausstellungen, Katalogen und Filmen zeigt. Ergänzt wird die Publikation durch ein 1989 geführtes Interview mit Tosquelles. Beiträge von Christoph Hubatschke, Brigitta Kuster, Isabell Lorey, Angela Melitopoulos, Stefan Nowotny, Anne Querrien, Gerald Raunig, Francesco Salvini und Ruth Sonderegger machen das Buch zu einer vielseitigen und anspruchsvollen Einführung.
Für wen eignet sich Tosquelles. Politiken des Wahnsinns? Für Leserinnen und Leser, die sich mit kritischer Psychiatrie, politischer Theorie, Queer Studies, Kunstgeschichte oder sozialen Bewegungen beschäftigen. Das Buch verbindet historische Recherche mit aktuellen Fragen und bietet fundierte Anregungen für Studium, Forschung und eine reflektierte Auseinandersetzung mit Politik und Gesellschaft.
Letztes Update: 11.08.2026 03:40
Praktische Tipps
- Geeignet ist der Sammelband besonders für Leserinnen und Leser aus kritischer Psychiatrie, politischer Theorie, Queer Studies, Kunstgeschichte und sozialen Bewegungen; auch interessierte Einsteiger können ihn nutzen, sollten aber eine anspruchsvolle, interdisziplinäre Lektüre einplanen.
- Grundkenntnisse zu Psychiatriegeschichte, Faschismus und Gesellschaftstheorie helfen, sind jedoch nicht zwingend erforderlich; unbekannte Bezüge zu Guattari, Fanon, Basaglia oder Marx können Sie beim Lesen gezielt nachschlagen.
- Arbeiten Sie kapitelweise und führen Sie ein Lesejournal mit drei Spalten für psychiatrische Praxis, politische Begriffe und künstlerische Bezüge; markieren Sie zusätzlich wiederkehrende Themen wie Teilhabe, Institutionenkritik und Transversalität.
- Lesen Sie das enthaltene Interview mit Tosquelles ergänzend zu den Essays, um seine eigenen Aussagen mit den späteren historischen und theoretischen Einordnungen der Autorinnen und Autoren zu vergleichen.
- Für die Vertiefung bieten sich Tosquelles’ Umfeld und Wirkungsgeschichte an, insbesondere institutionelle Psychotherapie, Félix Guattaris und Jean Ourys Klinikpraxis, Frantz Fanons Psychiatriekritik sowie Franco Basaglias Reformbewegung.