Matthias Quent: Zivilgesellschaft muss gegen politischen Druck und Rechtsruck aktiv werden
Autor: Politik-Ratgeber Redaktion
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Kategorie: News
Zusammenfassung: Matthias Quent kritisiert die Ohnmacht der Bürger und fordert mehr zivilgesellschaftliches Engagement gegen den Rechtsruck, während die AfD bei Kommunalwahlen in Hessen stark abschneidet.
Matthias Quent, ein renommierter Rechtsextremismusforscher, äußert in einem aufschlussreichen Interview mit der Frankfurter Rundschau scharfe Kritik an den Regierungsparteien, insbesondere an der Union, die den Druck auf zivilgesellschaftliches Engagement erhöht. Inmitten multipler Krisen beschreibt Quent das weit verbreitete Gefühl der Ohnmacht in der Bevölkerung und fordert ein aktives Handeln der Zivilgesellschaft, um dem Rechtsruck entgegenzuwirken. Seine Aussagen werfen ein Licht auf die Herausforderungen, vor denen engagierte Bürger stehen, und bieten einen eindringlichen Aufruf zur Mobilisierung und zum Dialog.
Matthias Quent: „Die Zivilgesellschaft kann sich auf die Politik nicht mehr verlassen“
Der Rechtsextremismusforscher Matthias Quent kritisiert in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau die Regierungsparteien scharf. Besonders die Union erhöhe den Druck auf Engagierte, was in vielen Fällen zusammen mit der AfD geschieht. Quent beschreibt das Gefühl der Ohnmacht, das viele Menschen in Deutschland angesichts multipler Krisen empfinden, und betont, dass diese Ohnmacht politisch erzeugt werde.
„Ich kann ja doch nichts machen“ – so empfinden viele Millionen Menschen in Deutschland.
Quent, der Botschafter der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ ist, sieht in diesen Wochen eine Möglichkeit, Menschen zusammenzubringen und Räume für Begegnung und Auseinandersetzung zu schaffen. Er betont, dass die Mehrheit der Bevölkerung aktiv auf Krisen reagieren möchte, sich jedoch oft ohnmächtig fühlt, weil sie keine passenden Gelegenheiten sieht, um sich einzubringen.
Zusammenfassung: Matthias Quent kritisiert die politische Ohnmacht und fordert mehr Engagement der Zivilgesellschaft, um gegen den Rechtsruck vorzugehen.
Kommunalwahl 2026 in Hessen: AfD in mehreren Gemeinden stärkste Kraft
Bei den Kommunalwahlen in Hessen hat die AfD laut vorläufigen Trendergebnissen in mehreren Gemeinden starke Ergebnisse erzielt. In Biebesheim am Rhein erreichte die Partei 27,5 Prozent und wurde damit stärkste Kraft im Gemeindeparlament, gefolgt von der SPD mit 25,8 Prozent. Auch in Greifenstein und Brombachtal erzielte die AfD überdurchschnittliche Stimmanteile von 27,3 Prozent und 27,2 Prozent.
Die CDU bleibt landesweit die stärkste Kraft mit 29,7 Prozent, während die SPD auf 20,2 Prozent abrutschte. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,4 Prozent, was einen Anstieg von vier Prozentpunkten im Vergleich zur Kommunalwahl 2021 darstellt.
| Gemeinde | AfD (%) | SPD (%) |
|---|---|---|
| Biebesheim am Rhein | 27,5 | 25,8 |
| Greifenstein | 27,3 | - |
| Brombachtal | 27,2 | - |
Zusammenfassung: Die AfD hat bei den Kommunalwahlen in Hessen in mehreren Gemeinden starke Ergebnisse erzielt, während die CDU landesweit die stärkste Kraft bleibt.
Wahlbeteiligung als Zeichen einer gesunden Demokratie
Die Politikwissenschaftlerin Isabelle Borucki bewertet die Wahlbeteiligung von 54,4 Prozent bei den Kommunalwahlen als „Zeichen einer gesunden Demokratie“. Sie hebt hervor, dass die Menschen das Gefühl haben, dass ihre Stimme etwas bewirken kann. Diese Wahlbeteiligung stellt einen Anstieg von vier Prozentpunkten im Vergleich zur letzten Kommunalwahl dar.
Borucki erklärt, dass die Wählerinnen und Wähler die Wahl auch nutzen, um ihre Zufriedenheit oder Unzufriedenheit mit der Landes- oder Bundespolitik auszudrücken. Dies zeigt, dass die kommunalen Wahlen stark von bundespolitischen Diskussionen beeinflusst werden.
Zusammenfassung: Die Wahlbeteiligung von 54,4 Prozent wird als positives Zeichen für die Demokratie gewertet und zeigt das Interesse der Bürger an politischen Entscheidungen.
Einschätzung der Redaktion
Die Aussagen von Matthias Quent verdeutlichen eine besorgniserregende Entwicklung in der politischen Landschaft Deutschlands. Die Wahrnehmung der Ohnmacht, die viele Bürger empfinden, könnte zu einer weiteren Entfremdung von der Politik führen und das Engagement in der Zivilgesellschaft gefährden. Quents Appell, Räume für Begegnung und Auseinandersetzung zu schaffen, ist entscheidend, um die Bürger zu mobilisieren und gegen den Rechtsruck aktiv zu werden. Die starke Präsenz der AfD bei den Kommunalwahlen in Hessen unterstreicht die Dringlichkeit dieser Maßnahmen, da sie zeigt, dass rechtsextreme Strömungen an Einfluss gewinnen. Die Zivilgesellschaft muss sich stärker organisieren und aktiv werden, um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken.
Die Wahlbeteiligung von 54,4 Prozent ist ein positives Signal, das darauf hinweist, dass die Bürger bereit sind, sich politisch zu engagieren. Dies könnte als Grundlage dienen, um das Gefühl der Ohnmacht zu überwinden und die Menschen zu ermutigen, ihre Stimme zu erheben. Die Verbindung zwischen kommunalen Wahlen und bundespolitischen Themen zeigt, dass die Bürger die Möglichkeit sehen, durch ihre Stimme Einfluss zu nehmen. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob diese Beteiligung auch zu einem nachhaltigen Engagement führt oder ob die Ohnmacht weiterhin vorherrscht.
Quellen:
- Matthias Quent: „Die Zivilgesellschaft kann sich auf die Politik nicht mehr verlassen“
- Kommunalwahl 2026 in Hessen im Liveticker ➤ AfD in mehreren Gemeinden stärkste Kraft
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