Weidel bekräftigt Euro- und Schengen-Austritt, Söder warnt vor AfD-Kurs

Autor: Politik-Ratgeber Redaktion

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Der Pressespiegel thematisiert Weidels Pläne für Euro- und Schengen-Austritt, neue Opfer im Ukraine-Krieg, Baerbocks Columbia-Professur sowie den Sicherheitswunsch junger Menschen.

Der Pressespiegel zeigt die politischen Konfliktlinien des Tages: Alice Weidel bekräftigt weitreichende AfD-Pläne, während der Ukraine-Krieg neue Opfer und internationale Hilfsappelle bringt. Zudem geht es um Annalena Baerbocks Zukunft in New York, die Staatsorientierung junger Menschen und den umkämpften Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt.

AfD-Chefin Weidel bekräftigt Euro- und Schengen-Austritt

AfD-Co-Chefin Alice Weidel hat im ZDF-„Sommerinterview“ scharfe Kritik an der Bundesregierung geübt. Regierungspolitiker bezeichnete sie als „Flachzangen“ und warf ihnen vor, die Bürger anzulügen.

Nach Darstellung der WELT richtete sich Weidels Kritik unter anderem gegen Bundeskanzler Friedrich Merz und Finanzminister Lars Klingbeil. Sie sagte: „Entweder Sie können es nicht, oder es ist Vorsatz. Herr Merz kann es nicht. Herr Klingbeil kann es auch nicht.“ Deutschland werde kaputt gemacht, so Weidel weiter.

Die von der Union propagierte Brandmauer gegen die AfD bezeichnete Weidel als „das Undemokratischste, was es gibt“. Sie erklärte, sie sei bereit, mit jedem zusammenzuarbeiten, „solange er fähig ist und die Interessen in unserem Land im Auge hat“.

Weidel bekräftigte außerdem, dass die AfD im Fall einer Regierungsübernahme aus dem Euro aussteigen wolle. Sie verwies dabei auf den entsprechenden Satz im Bundeswahlprogramm und sagte: „Deutschland ging es deutlich besser vor der Euro-Einführung.“

Auch den Austritt aus dem Schengener Abkommen stellte sie in Aussicht. Die Grenzen sollten geschlossen werden, damit Migranten nicht nach Deutschland kämen. Zudem erklärte Weidel, in Deutschland lebten 1,3 Millionen Syrer; unter einer AfD-Regierung würden alle Syrer „zurückgeführt in ihre Heimat“.

ThemaAussage laut WELT
EuroAfD bekräftigt den Ausstieg aus dem Euro im Fall einer Regierungsübernahme.
SchengenWeidel stellt einen Austritt aus Schengen und eine Schließung der Grenzen in Aussicht.
Syrer in DeutschlandIn Deutschland lebten 1,3 Millionen Syrer.

Infobox: Alice Weidel attackiert die Bundesregierung, lehnt die Brandmauer gegen die AfD ab und bekräftigt den angekündigten Austritt aus Euro und Schengen.

Quelle: WELT

Ukraine-Krieg: Angriffe, Hilfsappell und Schäden an russischer Raffinerie

Im Ukraine-Krieg meldet n-tv.de neue Angriffe und Entwicklungen auf beiden Seiten. Bei einem Raketenangriff auf Charkiw sei nach Angaben des Bürgermeisters Igor Terekhov ein Mensch getötet worden.

In Kiew wurde laut Bürgermeister Vitali Klitschko ein 16-stöckiges Wohnhaus durch herabfallende Trümmer beschädigt. Ein Feuer habe es nicht gegeben; über mögliche Verletzte lagen den Angaben zufolge zunächst keine Informationen vor.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warb bei einem Treffen der sogenannten Koalition der Willigen um zusätzliche Militärhilfen. Die Ukraine brauche „viel mehr Geld“, um die Drohnenproduktion zu steigern und Angriffe auf Russland zu verstärken.

Selenskyj erklärte, sein Land wolle bei Angriffen tief im russischen Landesinneren „wettbewerbsfähig sein“. Ziel sei es, „diesen Krieg auf russischen Boden zu verlagern und ihnen wirklich wehzutun“.

Am ukrainischen Unabhängigkeitstag wurden nach Angaben von Behörden mehrere Orte angegriffen. In Pawlohrad wurde mindestens ein Zivilist getötet und zwei weitere Menschen wurden verletzt; außerdem brannten Autos, während Fensterscheiben in Mehrfamilienhäusern zerbarsten.

Bei einem Drohnenangriff auf das Zentrum von Tschernihiw wurden mindestens 20 Menschen verletzt. Zwei Frauen kamen mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus, zudem wurde ein Mehrfamilienhaus beschädigt. Bei einer weiteren Drohnenattacke in der Stadt Mena wurden nach Polizeiangaben mindestens zwölf Menschen verletzt.

Bundesaußenminister Johann Wadephul und US-Außenminister Marco Rubio berieten telefonisch über den Krieg. Beide betonten laut US-Außenministerium die Bedeutung eines „dauerhaften und belastbaren Friedens zwischen Russland und der Ukraine“.

Nach Angaben Selenskyjs erhielt die Ukraine zehn vermisste Soldaten aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück. Medienberichten zufolge erhielt Russland ebenfalls zehn Soldaten zurück; eine Stellungnahme Russlands lag zunächst nicht vor.

Die ukrainischen Schwarzmeerhäfen seien trotz russischer Luftangriffe nicht vollständig blockiert, erklärte Selenskyj. Täglich führen jeweils drei bis vier Schiffe in den Großraum Odessa hinein und wieder hinaus, der Hafenumschlag liege jedoch deutlich unter dem Niveau vor Beginn der russischen Raketenangriffe.

Eine russische Ölraffinerie in Perm wurde Insidern zufolge nach einem ukrainischen Drohnenangriff vorerst stillgelegt. Zwei Branchenvertreter erklärten, bei der Attacke sei ein Feuer ausgebrochen und es seien technische Einrichtungen beschädigt worden; die Anlage falle voraussichtlich bis zu zwei Wochen aus.

Ort oder EntwicklungAngabe
CharkiwEin Mensch getötet.
KiewBeschädigung eines 16-stöckigen Wohnhauses.
PawlohradMindestens ein Zivilist getötet, zwei weitere Menschen verletzt.
TschernihiwMindestens 20 Menschen verletzt.
MenaMindestens zwölf Menschen verletzt.
GefangenenaustauschZehn ukrainische Soldaten zurückerhalten; laut Medienberichten ebenfalls zehn russische Soldaten.
PermAusfall der Raffinerie voraussichtlich bis zu zwei Wochen.

Infobox: Der Liveticker berichtet über Tote und Verletzte nach russischen Angriffen, den ukrainischen Ruf nach mehr Geld für Drohnen sowie die vorübergehende Stilllegung einer russischen Ölraffinerie.

Quelle: n-tv.de

Baerbock soll Professur an der Columbia Universität übernehmen

Annalena Baerbock soll nach dem Ende ihrer Amtszeit als Präsidentin der UN-Generalversammlung eine Lehrtätigkeit an der New Yorker Columbia Universität übernehmen. Wie die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf informierte Kreise und die Deutsche Presse-Agentur berichtet, soll sie zum Herbst Professorin für Global Leadership und Co-Direktorin eines Masterprogramms werden.

Bei der Tätigkeit handelt es sich laut Bericht um eine praxisorientierte Professur und nicht um eine klassische Forschungsprofessur. Das Programm „Master of Public Administration in Global Leadership“ richtet sich nach Angaben der Universität an Führungskräfte mit mindestens zehn Jahren Berufserfahrung.

Baerbocks einjährige Amtszeit als Präsidentin der UN-Generalversammlung endet offiziell am 8. September. Ihr Nachfolger wird Khalilur Rahman aus Bangladesch.

Baerbock war im Juni 2025 mit überwältigender Mehrheit in das Amt gewählt worden und hatte es Anfang September angetreten. Sie ist laut SZ erst die fünfte Frau, die der Generalversammlung vorsteht.

Ihre Amtszeit sei von internationalen Krisen und wachsenden Spannungen im multilateralen System geprägt gewesen. Baerbock setzte sich für eine Reform und Stärkung der Vereinten Nationen ein und machte Frauenrechte, Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung zu Schwerpunkten.

Weitere Themen ihrer Arbeit waren laut Bericht der internationale Umgang mit künstlicher Intelligenz und die Suche nach einem Nachfolger für UN-Generalsekretär António Guterres. Baerbock habe wiederholt ein transparentes und inklusives Auswahlverfahren gefordert und dafür geworben, erstmals eine Frau an die Spitze der Vereinten Nationen zu wählen.

„Hier ein Stück weit Anonymität und damit auch Freiheit zurückgewonnen“

Mit diesen Worten hatte Baerbock laut SZ ihre persönliche Situation in New York beschrieben. Die geplante Tätigkeit an der Columbia Universität würde ihr ermöglichen, auch nach dem Ende ihres UN-Postens in New York zu bleiben.

Position oder ZeitraumAngabe
Ende der UN-Amtszeit8. September
NachfolgerKhalilur Rahman aus Bangladesch
Erfahrung der Zielgruppe des MasterprogrammsMindestens zehn Jahre Berufserfahrung
Rang bei den Frauen an der Spitze der GeneralversammlungBaerbock ist die fünfte Frau in diesem Amt.

Infobox: Nach dem Ende ihres UN-Postens am 8. September soll Annalena Baerbock zum Herbst eine praxisorientierte Professur für Global Leadership an der Columbia Universität übernehmen.

Quelle: SZ.de

BILD-Kolumne: Junge Menschen zieht es wegen der Sicherheit zum Staat

Die BILD-Kolumnistin Julia Ruhs beschreibt eine wachsende Orientierung junger Menschen auf sichere Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst. Während viele Jobs in der Privatwirtschaft unsicherer würden, erscheine eine Verbeamtung als Schutz bis zum Ruhestand.

Als Beispiel nennt die Kolumne eine 24-Jährige, die ihre Verbeamtung beim Zoll als berufliches Glück beschreibe. Sicherheit sei demnach das Karriereziel Nummer eins der Generation Z.

Eine Berufsstudie der HDI-Versicherung kommt laut BILD zu dem Ergebnis, dass 43 Prozent der unter 25-Jährigen bei ähnlicher Tätigkeit lieber beim Staat arbeiten würden. 39 Prozent zögen die Privatwirtschaft vor.

Die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst sei auf rund 5,5 Millionen gestiegen. Allein innerhalb eines Jahres seien mehr als 95.000 hinzugekommen.

Die Kolumne kritisiert zugleich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland. Genannt werden hohe Steuern und Abgaben, viel Bürokratie, das Insolvenzrisiko sowie fehlende Work-Life-Balance in der Privatwirtschaft.

Als besonders betroffen beschreibt BILD die Autoindustrie. Der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer warne, die „Lawine fängt erst an“. Selbst bei günstiger Entwicklung werde die deutsche Autoindustrie bis 2030 auf nur noch rund 500.000 Beschäftigte schrumpfen.

Die Kolumne verweist außerdem auf unterschiedliche Arbeitskosten in der Autoindustrie. Während die Arbeitsstunde in Deutschland bei 65 Euro liege, seien es in Ungarn 18 Euro.

„Wenn die Arbeitsstunde bei uns in der Autoindustrie bei 65 Euro liegt und in Ungarn bei 18 Euro, braucht sich doch niemand zu wundern, dass BMW und Mercedes nach Ungarn gehen.“

Ruhs warnt davor, dass eine zunehmende Flucht in staatliche Beschäftigung und staatliche Leistungen die Zahl der Menschen verringern könnte, die in der Privatwirtschaft für Wohlstand sorgen. Wenn produktive und risikofreudige Menschen in Deutschland seltener würden, drohe ein weiterer ökonomischer Abstieg.

In diesem Zusammenhang zitiert die Kolumne auch den früheren Bundeskanzler Helmut Kohl mit den Worten: „Bei einer Staatsquote von 50 Prozent beginnt der Sozialismus.“

AngabeWert
Unter-25-Jährige mit Präferenz für den Staat43 Prozent
Unter-25-Jährige mit Präferenz für die Privatwirtschaft39 Prozent
Beschäftigte im öffentlichen DienstRund 5,5 Millionen
Neue Beschäftigte im öffentlichen Dienst innerhalb eines JahresMehr als 95.000
Beschäftigte der deutschen Autoindustrie bis 2030Rund 500.000
Arbeitsstunde in der deutschen Autoindustrie65 Euro
Arbeitsstunde in Ungarn18 Euro

Infobox: Die BILD-Kolumne sieht Sicherheit als zentrales Berufsziel der Generation Z und warnt vor den wirtschaftlichen Folgen, wenn immer mehr Menschen staatliche Beschäftigung oder staatliche Leistungen anstreben.

Quelle: BILD

Sachsen-Anhalt: Söder unterstützt CDU-Spitzenkandidat Schulze im Wahlkampf

Im Endspurt des Wahlkampfs in Sachsen-Anhalt hat CSU-Chef Markus Söder den CDU-Ministerpräsidenten Sven Schulze unterstützt. Der Tagesspiegel beschreibt Schulzes Ausgangslage als schwierig: Er liege 20 Prozentpunkte hinter dem AfD-Herausforderer Ulrich Siegmund.

Söder war aus Bayern angereist, um bei einer Veranstaltung in Wernigerode für Schulze aufzutreten. Der Bericht stellt heraus, dass Schulze sich im Wahlkampf sichtbar von der Bundes-CDU absetzt und dabei unter anderem mit Markus Söder sowie dem Komödianten Didi Hallervorden auftritt.

Schulze positionierte sich zuletzt auch gegen die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Arbeitsjahren. Nach Einschätzung des Tagesspiegels reagiert er damit auf die Stimmung im ländlichen Osten und auf die dort verbreitete Ablehnung der Bundespolitik.

Die Veranstaltung sollte sich ursprünglich mit der Wirtschaft beschäftigen. Im Mittelpunkt stand die Frage, was Sachsen-Anhalt auf dem Weg vom Agrar- zum Technologieland von Bayern lernen könne.

Doch auch bei diesem Termin spielte die Auseinandersetzung mit der AfD eine zentrale Rolle. Söder erinnerte an seinen eigenen Zugang zur Politik und begründete sein Engagement mit dem Wunsch, dass Nazis nie wieder die Macht in Deutschland ergreifen.

Die Forderung Alice Weidels nach einem Austritt aus dem Euro bezeichnete Söder angesichts der deutschen Exporte als „das schlimmste wirtschaftliche Schredderprogramm, das man machen kann“. An die Adresse der AfD sagte er außerdem: „Jemand, der immer nur schimpft, der mag sich selber nicht.“

Schulze sprach die AfD nicht beim Parteinamen an, sondern bezeichnete sie als „unseren Hauptkonkurrenten“. Er sagte: „Wir in Sachsen-Anhalt wollen nicht aus der Schweiz oder dem Saarland regiert werden“ und wandte sich damit gegen Einflussnahme von Alice Weidel und Sarah Wagenknecht aus Berlin.

Schulze wolle als Sachsen-Anhalter gewählt werden und für „vernünftige, sachliche Politik“ stehen. Zugleich grenzte er sich von politischen Rückkehrforderungen zu den „90er Jahren“ und zur DDR ab.

Politischer AkteurRolle oder Aussage
Markus SöderCSU-Chef und bayerischer Ministerpräsident; unterstützt Sven Schulze.
Sven SchulzeCDU-Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt und Wahlkämpfer.
Ulrich SiegmundAfD-Herausforderer.
Abstand laut Bericht20 Prozentpunkte Rückstand der CDU auf den AfD-Herausforderer.
RenteSchulze stellte sich gegen die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Arbeitsjahren.

Infobox: Sven Schulze versucht, im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt mit Unterstützung von Markus Söder und einer stärkeren Abgrenzung von der Bundespolitik den Rückstand auf die AfD zu verkürzen.

Quelle: Tagesspiegel

Einschätzung der Redaktion

Die angekündigte Abkehr von Euro und Schengen wäre kein gewöhnlicher Kurswechsel, sondern ein tiefgreifender Bruch mit der europäischen Integration. Sie würde wirtschaftliche Unsicherheit, politische Isolation und erhebliche praktische Folgen für Handel, Reisen und innere Sicherheit auslösen. Besonders problematisch ist, dass weitreichende Konsequenzen mit pauschaler Rhetorik und maximalen Rückführungsforderungen verbunden werden. Damit verschiebt sich die Debatte weg von belastbaren Lösungen hin zu einer konfrontativen Mobilisierung.

Kernaussage: Die Position markiert einen fundamentalen europapolitischen Einschnitt und erhöht den Druck auf die politische Mitte, konkrete Antworten auf Migration, Wettbewerbsfähigkeit und Vertrauensverlust zu geben.

Quellen: