Ukraine-Krieg: Drohnenangriff, Sanktionen und politische Debatten im Fokus

Autor: Politik-Ratgeber Redaktion

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Der Pressespiegel berichtet über eine massive Drohnenattacke auf Moskau, wachsenden wirtschaftlichen Druck auf Russland und Debatten über ein AfD-Verbotsverfahren. Zudem bekräftigt Manuela Schwesig ihren Verbleib in Mecklenburg-Vorpommern, während China seine Abhängigkeit von Lebensmittelimporten als geopolitisches Machtinstrument nutzt.

Der Pressespiegel zeigt, wie eng militärische Eskalation, wirtschaftlicher Druck und politische Machtfragen miteinander verknüpft sind: von neuen Drohnenangriffen und Sanktionen gegen Russland über den Streit um ein AfD-Verbotsverfahren bis hin zu Chinas wachsendem Einfluss auf globale Ernährungsmärkte.

Ukraine-Krieg: Moskau meldet Angriff mit rund 620 Drohnen

Nach Angaben des Moskauer Bürgermeisters ist die russische Hauptstadt mit rund 620 Drohnen angegriffen worden. Er bezeichnete den Angriff laut SZ.de als den größten der vergangenen zwei Jahre.

Die Attacke steht im Zusammenhang mit heftigen Angriffen auf Moskau und Kiew, die zuletzt in der Nacht auf Sonntag gemeldet wurden. Die Süddeutsche Zeitung weist zugleich darauf hin, dass viele Angaben zum Kriegsverlauf, zu Opferzahlen und zu Kampfhandlungen von ukrainischen oder russischen Behörden stammen und nicht unabhängig überprüft werden können.

Infobox: Moskaus Bürgermeister meldet rund 620 Drohnen und spricht vom größten Angriff der vergangenen zwei Jahre. Die Angaben sind laut SZ.de nicht unabhängig überprüfbar.

Russischer Top-Ökonom nach Prognose einer Niederlage entlassen

Der prominente russische Ökonom Andrej Klepatsch hat laut ntv.de den russischen Abnutzungskrieg gegen die Ukraine als nicht gewinnbar eingeschätzt. Kurz darauf wurde der 67 Jahre alte Chefökonom des Staatsunternehmens VEB.RF entlassen, wie mehrere russische Medien berichteten.

Klepatsch war seit zwölf Jahren für die vom Westen mit Sanktionen belegte VEB tätig, die als führende Institution für wirtschaftliche Entwicklung in Russland gilt. In einem Vortrag in einem Club der Moskauer Börse soll er bereits im Mai erklärt haben, die Ukraine werde wirtschaftlich nicht zusammenbrechen; Russland hingegen stehe wegen steigender Kosten vor wachsenden Problemen und werde im technologischen sowie wirtschaftlichen Wettbewerb weltweit den Kürzeren ziehen.

Die Aussagen stehen nach Darstellung von ntv.de im Gegensatz zu den öffentlichen Positionen des russischen Machtapparats und der Staatskonzerne. Präsident Wladimir Putin betont demnach weiterhin, Russland werde siegen, während die wirtschaftlichen Probleme im Land zunähmen.

Das Portal „The Bell“ berichtete, VEB.RF-Chef Igor Schuwalow habe Klepatsch nach einem „Anruf von oben“ aus dem Kreml entlassen. Klepatsch bestätigte gegenüber „Forbes“ seine Entlassung, nannte jedoch keine Gründe. Die Wirtschaftszeitung „Wedomosti“ führte die Entscheidung auf persönliche Einschätzungen zurück, die nicht mit den wirtschaftlichen und politischen Positionen des Staatskonzerns vereinbar gewesen seien.

„Wir geben uns der Illusion hin, dass dort [in der Ukraine] alles zusammenbrechen wird. Es ist nicht zusammengebrochen und wird auch nicht zusammenbrechen“, zitierte „The Moscow Times“ Andrej Klepatsch.

Infobox: Der 67-jährige Andrej Klepatsch arbeitete zwölf Jahre für VEB.RF und wurde nach kritischen Aussagen über Russlands Krieg und Wirtschaft entlassen. Die Meldung wurde laut ntv.de am Montag, 17. August 2026, erstmals veröffentlicht.

AfD-Verbotsverfahren: Kritik an politischer Zurückhaltung

In einem von WELT aufgegriffenen Beitrag wird ein mögliches AfD-Verbotsverfahren als Frage der Zuständigkeit und der rechtsstaatlichen Klärung behandelt. Der frühere Präsident des Anwaltsvereins plädiert demnach für einen Verbotsantrag, damit das Bundesverfassungsgericht über die Partei entscheiden kann.

Er kritisiert, dass politische Akteure die AfD häufig als verfassungswidrig bezeichneten, ohne eine verfassungsgerichtliche Entscheidung herbeizuführen. Ein Verbotsantrag könne aus seiner Sicht eine verbindliche Prüfung ermöglichen; jedes Ergebnis müsse anschließend akzeptiert werden.

„Ist doch fragwürdig, wenn die Politik meint, sich anstelle eines Gerichtes setzen zu können“

WELT stellt das mögliche Verfahren damit als Spannungsfeld zwischen der wehrhaften Demokratie und der Rolle des Gerichts dar. Der Beitrag betont zugleich, dass ein Verbotsverfahren nicht durch politische Bewertungen ersetzt werden sollte.

Infobox: Der von WELT zitierte frühere Präsident des Anwaltsvereins fordert einen Verbotsantrag gegen die AfD und eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts.

Manuela Schwesig will in Mecklenburg-Vorpommern bleiben

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat Spekulationen über einen Wechsel an die SPD-Spitze zurückgewiesen. Bei einem Bürgerdialog im Landtagswahlkampf in Lübtheen sagte sie laut ntv.de, sie habe sich für Mecklenburg-Vorpommern entschieden und wolle die nächsten fünf Jahre Ministerpräsidentin bleiben.

In Mecklenburg-Vorpommern wird am 20. September gewählt. Schwesig hat laut Bericht gute Chancen, ihre Arbeit als Landeschefin fortzuführen; in der SPD wird sie zugleich wegen vergleichsweise guter Umfragewerte im Land als mögliche Alternative für eine Führungsrolle auf Bundesebene gesehen.

Die SPD-Vorsitzenden Bärbel Bas und Lars Klingbeil stehen nach Darstellung von ntv.de seit Wochen unter Druck der eigenen Basis. Die Reformpläne der Koalition seien dort höchst unbeliebt. Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt Anfang September liege die SPD nur knapp über der Fünf-Prozent-Hürde; im Bund rangiere sie mit gut 12 Prozent hinter AfD, Union und Grünen auf Platz vier.

Für Mecklenburg-Vorpommern nennt der Bericht einen SPD-Umfragewert von 29 Prozent. In einer repräsentativen Befragung des Insa-Instituts für den „Nordkurier“ kamen die Grünen auf fünf Prozent und die Linke auf elf Prozent. Die AfD erreichte 36 Prozent, die CDU zehn Prozent; BSW und FDP würden an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Damit könnte ein Rot-Rot-Grünes Bündnis im Nordosten möglich sein.

ParteiUmfragewert
SPD29 Prozent
AfD36 Prozent
CDU10 Prozent
Linke11 Prozent
Grüne5 Prozent

Infobox: Manuela Schwesig will Ministerpräsidentin in Mecklenburg-Vorpommern bleiben. Die Landtagswahl findet am 20. September statt; die genannten Umfragewerte stammen aus einer Befragung des Insa-Instituts für den „Nordkurier“.

China macht Ernährungssicherheit zur Machtfrage

T-Online beschreibt Chinas wachsenden Lebensmittelbedarf als außenwirtschaftliches Druckmittel. Die Volksrepublik ist auf Importe angewiesen, kann wegen ihrer gewaltigen Nachfrage jedoch zugleich bestimmen, welche Lieferanten Zugang zu einem der wichtigsten Absatzmärkte erhalten.

Bei thailändischen Reisbauern zeigten sich im Frühjahr 2026 die Folgen der chinesischen Ernährungspolitik. Die Preise für Dünger waren stark gestiegen. Der britische Sender BBC sprach mit der 48-jährigen Reisbäuerin Pratheuang Piamsomboon aus dem Bezirk Nong Chok in Bangkok, die die Belastung als kaum in Worte zu fassen beschrieb.

Nach dem Bericht brachte der Krieg gegen den Iran die Versorgung mit Düngemitteln durcheinander. Durch die weitgehend blockierte Straße von Hormus läuft normalerweise rund ein Drittel des weltweit auf dem Seeweg gehandelten Düngers. China stoppte zudem im März die Ausfuhr mehrerer Düngersorten.

Chinas Bevölkerung ist heute deutlich besser versorgt als früher. Noch 2001 waren rund zehn Prozent der chinesischen Bevölkerung unterernährt; seit 2010 liegt dieser Anteil bei weniger als drei Prozent. Zwischen 2000 und 2025 stieg die chinesische Produktion von Schweine-, Geflügel- und Rindfleisch um fast 55 Prozent, während die Produktion von Milchprodukten um 342 Prozent zunahm.

Der Konsum wuchs jedoch schneller als die heimische Produktion. China ist laut T-Online der größte Verbraucher von Fleisch und Fisch weltweit und konsumiert mehr als 30 Prozent der globalen Menge. Gegenüber dem Jahr 2000 stiegen die Fleischimporte 2025 um rund 669 Prozent, die Einfuhren von Milchprodukten um mehr als 1.750 Prozent.

KennzahlAngabe
Anteil der unterernährten Bevölkerung 2001rund zehn Prozent
Anteil seit 2010weniger als drei Prozent
Anstieg der Fleischproduktion 2000 bis 2025fast 55 Prozent
Anstieg der Milchproduktion 2000 bis 2025342 Prozent
Anstieg der Fleischimporte gegenüber 2000 bis 2025rund 669 Prozent
Anstieg der Milchproduktimporte gegenüber 2000 bis 2025mehr als 1.750 Prozent

China verfügt über weniger als zehn Prozent der weltweit verfügbaren landwirtschaftlichen Nutzfläche, muss aber rund ein Fünftel der Weltbevölkerung ernähren. Wissenschaftler gehen laut einem Bericht des US-Magazins „Foreign Affairs“ davon aus, dass Urbanisierung und Bodenschäden Chinas Lebensmittelproduktionskapazität bis 2050 um bis zu 18 Prozent verringern könnten.

Bei Reis, Weizen und Mais ist China heute nahezu Selbstversorger. Zusätzlich lagert der Staat große Vorräte: Nach Schätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums befinden sich in China etwa 44 Prozent der weltweiten Weizenreserven, 53 Prozent der Reisreserven und 59 Prozent der Maisreserven. Die tatsächliche Größe und Qualität der Bestände behandelt Peking als Staatsgeheimnis.

Auch bei Düngemitteln spielt China eine zentrale Rolle. 2025 stellte das Land rund ein Viertel der weltweiten Düngerproduktion und exportierte Dünger im Wert von mehr als 13 Milliarden US-Dollar. Im selben Jahr importierte China Agrarprodukte und Meeresfrüchte im Wert von mehr als 207 Milliarden US-Dollar; für mindestens 32 Volkswirtschaften gehörte die Volksrepublik zu den drei wichtigsten Absatzmärkten für Agrargüter.

Die Abhängigkeit einzelner Lieferanten vom chinesischen Markt nahm zu. In Brasilien stieg der Anteil der Agrarexporte nach China von weniger als acht Prozent im Jahr 2005 auf 33 Prozent im Jahr 2025. In Australien erhöhte er sich im selben Zeitraum von zehn auf 22 Prozent.

Nach einer Analyse der Denkfabrik Center for Strategic and International Studies verhängte China seit 2010 in 26 Fällen Zwangsmaßnahmen im Agrarhandel, allein fünfmal 2025. Australien widersetzte sich den chinesischen Beschränkungen jedoch und zog wegen Maßnahmen bei Gerste und Wein vor die Welthandelsorganisation. 2023 und 2024 hob China die Beschränkungen schließlich wieder auf.

Besonders heikel ist die Lage für die USA. 2025 setzte China als Reaktion auf Trumps „Liberation Day“-Zölle die Einfuhr von Sojabohnen aus den USA für mehrere Monate aus. Im Juni 2026 importierte China 13,55 Millionen Tonnen Sojabohnen; davon kamen 12,08 Millionen aus Brasilien und 1,27 Millionen aus den USA.

Sojabohnenimporte Chinas im Juni 2026Menge
Gesamt13,55 Millionen Tonnen
Aus Brasilien12,08 Millionen Tonnen
Aus den USA1,27 Millionen Tonnen

China versucht zugleich, die Grundlagen seiner Agrarproduktion stärker selbst zu kontrollieren. 2017 kaufte der staatliche Konzern ChemChina für 43 Milliarden US-Dollar den Schweizer Saatgut- und Pflanzenschutzkonzern Syngenta. Neue biotechnologisch entwickelte Maissorten steigerten die Erträge um rund zehn Prozent; die Maisimporte sanken von 23 Millionen Tonnen 2023 auf sechs Millionen Tonnen zwei Jahre später.

Bei bestimmten Vitaminen und Aminosäuren für Tierfutter erreicht Chinas Anteil an der Produktion bereits 80 bis 100 Prozent. Dadurch entsteht laut T-Online eine Gegenabhängigkeit: Eine Einschränkung amerikanischer Agrarausfuhren könnte mit erschwerten chinesischen Lieferungen wichtiger Stoffe für die amerikanische Viehhaltung beantwortet werden.

Infobox: China verbindet Ernährungssicherheit, Agrarimporte, Düngerproduktion und Saatgut zunehmend mit Außenwirtschaftspolitik. Der Bericht nennt unter anderem 215 Milliarden US-Dollar Lebensmittelimporte 2023, mehr als 207 Milliarden US-Dollar Agrar- und Meeresfrüchteimporte 2025 sowie 43 Milliarden US-Dollar für den Syngenta-Kauf 2017.

EU plant laut Kallas weitreichende neue Russland-Sanktionen

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas will laut FAZ eine bisher weitreichendste Sanktionsliste gegen Russland vorlegen. Die Meldung ist Teil des Ukraine-Livetickers der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Der Bericht ordnet die geplanten Maßnahmen in die laufenden Reaktionen auf den Krieg gegen die Ukraine ein. Weitere im Ticker aufgeführte Entwicklungen betreffen unter anderem Angriffe auf die Region Odessa, den russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk, den Ostseehafen Ust-Luga sowie Luftalarme und Drohnenvorfälle in mehreren europäischen Staaten.

Infobox: Kaja Kallas kündigt laut FAZ eine bisher weitreichendste Sanktionsliste der EU gegen Russland an.

Einschätzung der Redaktion

Die Nachricht verdeutlicht eine zunehmende Verflechtung von militärischem Druck, innenpolitischer Kontrolle und wirtschaftlicher Verwundbarkeit. Besonders relevant ist, dass abweichende wirtschaftliche Einschätzungen offenbar nicht nur fachlich, sondern auch machtpolitisch bewertet werden. Das erschwert eine realistische Lagebeurteilung und kann Fehlentscheidungen verlängern.

Kernaussage: Militärische Eskalation und politische Repression verstärken sich gegenseitig; unabhängige Bewertung wird dadurch strategisch wichtiger.

Einschätzung der Redaktion

Ein Verbotsverfahren wäre vor allem deshalb bedeutsam, weil es die politische Auseinandersetzung in ein rechtsstaatlich eindeutig geregeltes Verfahren überführen würde. Die zentrale Konsequenz läge weniger im Antrag selbst als in der verbindlichen Akzeptanz der gerichtlichen Entscheidung. Politische Zurückhaltung bleibt nachvollziehbar, darf aber nicht dauerhaft an die Stelle institutioneller Zuständigkeit treten.

Kernaussage: Eine gerichtliche Klärung könnte die demokratische Debatte rechtlich präzisieren und politisch entlasten.

Einschätzung der Redaktion

Schwesigs Festlegung stärkt kurzfristig die politische Stabilität in Mecklenburg-Vorpommern, löst aber den Führungsdruck der Bundes-SPD nicht. Ihre regionale Verankerung kann für die Partei ein Vorteil sein; zugleich zeigt die Debatte, wie stark bundespolitische Schwäche und regionale Wahlerfolge inzwischen auseinanderfallen.

Kernaussage: Die Entscheidung stabilisiert die Landesebene, verschärft jedoch die offene Führungsfrage der SPD im Bund.

Einschätzung der Redaktion

Ernährungssicherheit ist für China längst nicht mehr nur eine innenpolitische Aufgabe, sondern ein Instrument strategischer Macht. Die Kombination aus hoher Importnachfrage, staatlichen Vorräten, Kontrolle über Agrartechnologien und zentralen Vorprodukten schafft Abhängigkeiten auf beiden Seiten. Dadurch können Handelskonflikte schneller in geopolitischen Druck und globale Preisrisiken übergehen.

Kernaussage: Agrarhandel wird zunehmend zur strategischen Infrastruktur der internationalen Politik.

Einschätzung der Redaktion

Eine weitere Verschärfung der EU-Sanktionen würde den wirtschaftlichen Druck auf Russland erhöhen, ihre Wirkung hängt jedoch entscheidend von Durchsetzung, Umgehungsschutz und internationaler Abstimmung ab. Als politisches Signal kann sie die europäische Geschlossenheit stärken; ohne klare Ziele und Kontrolle droht sie dagegen vor allem symbolischen Charakter zu behalten.

Kernaussage: Neue Sanktionen sind politisch relevant, entfalten aber nur bei konsequenter Umsetzung nachhaltige Wirkung.

Quellen: