EVG droht mit bundesweitem Bahnstreik, Schulze sagt Podcast-Interview ab
Autor: Politik-Ratgeber Redaktion
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Kategorie: News
Zusammenfassung: Der Pressespiegel zeigt eskalierende Konflikte: Wahlkampfabsagen, Streikdrohungen, Justizprobleme, Warnungen vor Abschottung und internationale Spannungen.
Der Pressespiegel zeigt, wie politische Konflikte an vielen Fronten eskalieren: von abgesagten Interviews und drohenden Bahnstreiks über strukturelle Probleme der Justiz und Warnungen vor Abschottung bis hin zu Handelskonflikten und der umstrittenen Frage von Wahlen während des Krieges. Die Beiträge beleuchten, wo Entscheidungen der Politik unmittelbare Folgen für Gesellschaft, Wirtschaft und internationale Beziehungen haben.
Sven Schulze sagt Podcast-Interview mit Tilo Jung ab
Nach Informationen der BILD hat Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze das geplante Podcast-Interview mit dem YouTuber Tilo Jung abgesagt. Jung hatte am Freitag auf X angekündigt, dass der CDU-Spitzenkandidat in seinem Format „Jung & Naiv“ zu Gast sein werde; die Sendung sollte am Montag live auf YouTube ausgestrahlt werden.
Die kurzfristige Absage steht laut BILD im Zusammenhang mit Schulzes bisherigem Kurs im Wahlkampf gegen den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund. Schulze hatte zuvor erklärt, für den Wahlkampf sein Bundesland nicht zu verlassen. Jungs Studio befindet sich in Berlin, obwohl Schulze zuletzt noch zugesagt hatte, an einem Podcast außerhalb Sachsen-Anhalts teilzunehmen.
Jung kündigte am Sonntag zunächst an, sich um einen Ersatztermin bemühen zu wollen. Wenig später teilte er mit, dass es keinen Ersatztermin geben werde.
Bereits zuvor war Schulze wegen einer Einladung in den Podcast „Ben ungeskriptet“ von Ben Berndt in die Kritik geraten. Berndt hatte Schulze gemeinsam mit Siegmund zu einem Duell nach Köln eingeladen. Schulze lehnte eine Aufzeichnung außerhalb Sachsen-Anhalts ab, während Berndt eine Verlegung nach Sachsen-Anhalt nicht in Betracht zog.
BILD beschreibt Tilo Jung als stark polarisierenden Moderator. Während Anhänger seinen direkten und hartnäckigen Interviewstil als unabhängigen Journalismus bewerten, werfen Kritiker ihm politische Einseitigkeit und eine aktivistische Haltung vor.
„Tilo Jung gilt vor allem wegen seines konfrontativen und hartnäckigen Interviewstils als unangenehmer und umstrittener Moderator.“ – BILD
Zusammenfassung: Sven Schulze hat das geplante Interview mit Tilo Jung abgesagt. Ein Ersatztermin ist laut Jung ebenfalls nicht vorgesehen; im Mittelpunkt steht erneut Schulzes Entscheidung, für Podcast-Aufzeichnungen nicht außerhalb Sachsen-Anhalts aufzutreten.
EVG droht mit bundesweitem Bahnstreik
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG droht mit bundesweiten Streiks im Regionalverkehr ab Januar, falls die Bundesregierung das Strafmaß für Angriffe auf Zugbegleiter nicht bald verschärft. Das berichtet t-online unter Berufung auf Aussagen des Gewerkschaftschefs Martin Burkert.
Burkert fordert, dass das angekündigte Gesetz noch in diesem Jahr in den Bundestag eingebracht wird. Andernfalls, so seine Ankündigung, könne die Gewerkschaft im Januar den Betrieb lahmlegen.
„Das versprochene Gesetz für härtere Strafen bei Angriffen auf Zugpersonal muss noch in diesem Jahr in den Bundestag, sonst legen wir im Januar den Betrieb lahm.“ – Martin Burkert, laut t-online
Hintergrund ist der tödliche Angriff auf den Zugbegleiter Serkan Çalar. Er wurde Anfang Februar in einem Regionalexpress von einem Fahrgast angegriffen und tödlich verletzt. Der Täter wurde später wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt.
Die Gewerkschaft kritisiert, dass auf politische Betroffenheit bislang keine konkreten Maßnahmen gefolgt seien. Burkert erklärte, ein Zugbegleiter sei vor einem halben Jahr im Dienst getötet worden, während die Beschäftigten weiterhin mit Angriffen rechnen müssten.
Auch Ralf Damde, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats bei DB Regio, erhöhte den Druck auf die Politik. Nach seinen Angaben werden statistisch jeden Tag acht Kollegen im Dienst angegriffen. Sollte das Gesetz weiter nicht vorankommen, könnten die Betriebsräte ihre Zustimmung zu den Dienstplänen verweigern.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger hatte betont, Sicherheit im Zug sei eine Grundvoraussetzung für einen funktionierenden öffentlichen Verkehr. Ein Sprecher des Justizministeriums erklärte laut t-online, der Gesetzentwurf befinde sich noch in der regierungsinternen Abstimmung. Ziel sei es, dass der Bundestag den Entwurf noch in diesem Jahr berate und gegebenenfalls beschließe. Ob Zugbegleiter tatsächlich in den Gesetzentwurf aufgenommen werden, blieb offen.
| Angabe | Information |
|---|---|
| Angedrohter Streikbeginn | Januar |
| Angriffe auf Kollegen | statistisch jeden Tag acht |
| Urteil nach dem tödlichen Angriff | zehn Jahren Gefängnis |
Zusammenfassung: Die EVG verlangt noch in diesem Jahr ein Gesetz mit höheren Strafen für Angriffe auf Zugpersonal. Bleibt eine Reaktion der Bundesregierung aus, droht ab Januar ein bundesweiter Streik im Regionalverkehr.
Panne am Landgericht Hanau löst Forderungen an die Politik aus
Am Landgericht Hanau ist nach Darstellung von OP Online einer Vorsitzenden Richterin ein folgenschwerer Fehler unterlaufen. Der Gerichtsberichterstatter Thorsten Becker warnt jedoch davor, den Vorgang lediglich als menschliches Versagen abzuhaken.
Becker fordert eine öffentliche Debatte und konkrete Maßnahmen an den verantwortlichen Stellen. Ziel müsse es sein, die Ursachen solcher Fehler zu verringern und das Vertrauen der Bürger in eine unabhängige und faire Justiz zu sichern.
Als wesentlichen Hintergrund beschreibt der Kommentar die hohe Belastung der Amts- und Landgerichte. Große Kammern müssten immer wieder Prozesse verschieben, während Rechtsanwälte, die Opfer schwerer Straftaten vertreten, darüber verärgert seien.
Nach Angaben von OP Online fehlt es an Personal und an Verhandlungssälen. Auch die elektronische Akte habe zuletzt nicht zu einer Beschleunigung geführt, sondern Verzögerungen verursacht. In der abgelaufenen Woche hätten Juristen in allen Verhandlungssälen nicht auf die E-Akte zugreifen können.
Zusätzlich erschwerten die sommerlichen Temperaturen die Arbeit. Mit Ausnahme des klimatisierten Schwurgerichtssaals sei es in den Verhandlungssälen kaum möglich gewesen, klare Gedanken zu fassen. Ein seit Jahren versprochener Sonnenschutz fehle weiterhin.
„Doch die Politik ist gefordert, die dritte Gewalt im Staat so auszustatten, dass die Bürger auf unabhängige und faire Justiz vertrauen können.“ – Thorsten Becker, OP Online
Zusammenfassung: OP Online sieht die Panne am Landgericht Hanau als Hinweis auf strukturelle Probleme. Genannt werden fehlendes Personal, zu wenige Verhandlungssäle, technische Schwierigkeiten mit der E-Akte und unzureichender Schutz vor Hitze.
DGB und ZDS warnen vor nationalistisch geprägter Hafenpolitik
Der Deutsche Gewerkschaftsbund und der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe warnen laut WELT vor den Folgen einer nationalistisch geprägten Politik und wirtschaftlichen Abschottung. Anlass sind die bevorstehenden Landtagswahlen im Osten und die Bedeutung der Landesregierungen für die deutschen Seehäfen.
In einem gemeinsamen Papier erklären DGB-Bezirksvorsitzende Laura Pooth und ZDS-Hauptgeschäftsführer Florian Keisinger, starke Häfen benötigten eine offene Gesellschaft. Weltoffenheit, Rechtsstaatlichkeit, internationale Zusammenarbeit und die Bereitschaft zu Veränderungen seien aus ihrer Sicht Voraussetzungen für die Zukunft der maritimen Wirtschaft.
„Starke Häfen brauchen eine offene Gesellschaft, und eine offene Gesellschaft braucht starke Häfen.“ – Laura Pooth und Florian Keisinger, laut WELT
Am 6. September wird ein neuer Landtag in Sachsen-Anhalt gewählt, am 20. September folgen die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern und die Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin. In Sachsen-Anhalt liegt die AfD laut dem Bericht in Umfragen stabil bei mehr als 40 Prozent. Eine absolute Mehrheit der Sitze erscheine möglich, abhängig davon, ob Grüne, FDP und BSW in das künftige Parlament einziehen. Die SPD könnte an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.
In Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD mit um 35 Prozent deutlich vor der SPD und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. In Berlin wird die AfD in den Umfragen mit unter 20 Prozent genannt und gilt damit als klar von einer Regierungsbeteiligung oder Regierungsführung entfernt.
| Bereich | Angabe |
|---|---|
| Landtagswahl Sachsen-Anhalt | 6. September |
| Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern | 20. September |
| Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin | 20. September |
| AfD-Umfragewert Sachsen-Anhalt | mehr als 40 Prozent |
| AfD-Umfragewert Mecklenburg-Vorpommern | um 35 Prozent |
| AfD-Umfragewert Berlin | unter 20 Prozent |
Das gemeinsame Papier verweist auf Deutschlands Abhängigkeit vom Außenhandel und internationalen Verflechtungen. Rund 56 Prozent der gesamten deutschen Exporte gehen demnach in andere Mitgliedstaaten der Europäischen Union, bei den Importen sind es 65 Prozent. Zudem seien Unternehmen, Universitäten und Forschungsinstitute auf hoch- und höchstqualifizierte Menschen aus anderen Ländern angewiesen.
Auch Arbeitsmigration bleibe in größerem Umfang notwendig, unter anderem in Pflegeberufen, der Baubranche, der Logistik und der Landwirtschaft. Die Autoren warnen, eine Politik der Abschottung könne wirtschaftliche Dynamik, Innovationskraft und internationale Handlungsfähigkeit schwächen.
Der DGB-Bezirk Nord umfasst Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die dortigen DGB-Gewerkschaften zählen insgesamt rund 393.000 Mitglieder. Der ZDS vertritt rund 140 Unternehmen an 15 Standorten der deutschen Küstenländer.
WELT berichtet außerdem über eine Berechnung des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung. Danach könnte die Umsetzung des AfD-Programms in Sachsen-Anhalt bei einer absoluten Mehrheit eine Finanzlücke von mindestens 2,2 Milliarden Euro im Jahr verursachen. Das entspreche rund einem Viertel der jährlichen Steuereinnahmen des Landes.
„Eine aggressive Politik gegen Zuwanderer hat wahrscheinlich starke negative Folgen für die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt.“ – IWH-Präsident Reint Gropp, laut WELT
Auch Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger und BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner positionierten sich laut WELT gegen eine Regierungsbeteiligung der AfD. Dulger erklärte, Lösungen müssten über die Parteien der Mitte erfolgen. Gönner sagte, die AfD sei keine Wirtschaftspartei und ihre Vorhaben könnten neue Unsicherheiten für Investitionen schaffen.
Die Bedeutung der Häfen wird im Beitrag mit dem globalen Seehandel verbunden. Rund 90 Prozent des Welthandels würden heutzutage über den Seeweg abgewickelt. Seehäfen lebten deshalb von wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und kultureller Offenheit.
Zusammenfassung: DGB und ZDS warnen vor Nationalismus und Abschottung und betonen die Bedeutung internationaler Verflechtungen für die Hafenwirtschaft. WELT verweist zudem auf politische Umfragewerte sowie auf eine vom IWH berechnete Finanzlücke von mindestens 2,2 Milliarden Euro im Jahr bei einer Umsetzung des AfD-Programms in Sachsen-Anhalt.
Kanada kündigt Vergeltungszölle gegen die USA an
Kanada reagiert mit Gegenmaßnahmen auf die Verschärfung des Handelskonflikts mit den Vereinigten Staaten. Wie Euractiv berichtet, kündigte Premierminister Mark Carney Vergeltungszölle an, nachdem er sich von einem aus seiner Sicht schlechten Handelsabkommen zurückgezogen hatte.
Neue US-Zölle in Höhe von 50 Prozent traten nach dem Scheitern der Verhandlungen in Washington in Kraft. Sie betreffen Waren im Wert von rund 20 Milliarden Dollar, was 5,5 Prozent der kanadischen Exporte in die Vereinigten Staaten entspricht. Zu den betroffenen Produkten gehören unter anderem Hockeyschläger und Zement.
„Man befindet sich im Krieg, wenn man angegriffen wird. Wir wurden angegriffen.“ – Mark Carney, laut Euractiv
Die neuen kanadischen Zölle richten sich insbesondere gegen die US-Stahl- und Milchwirtschaft. Sie sollen am 8. September in Kraft treten. Weitere Einzelheiten will die kanadische Regierung laut Carney nächste Woche bekannt geben.
US-Präsident Donald Trump reagierte mit scharfen Worten. Er warf Kanada vor, die Vorteile eines Staates nutzen zu wollen, ohne einer zu sein, und kritisierte die kanadischen Zölle auf US-amerikanische Landwirte.
Carney erklärte, die von den USA zuletzt vorgeschlagenen Bedingungen seien unwirtschaftlich und unfair gewesen. Sie hätten den Nettonutzen für Kanada untergraben und Zweifel an der Zuverlässigkeit eines möglichen Abkommens ausgelöst.
US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer erklärte laut Euractiv, Washington habe angeboten, Zölle auf Stahl, Aluminium und Autos zu senken sowie einen kürzlich verhängten Zoll auf kanadisches Bauholz aufzuheben. Diese Maßnahmen hätten Kanada die bevorzugteste Behandlung aller Handelspartner verschafft.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Neue US-Zölle | 50 Prozent |
| Wert der betroffenen Waren | rund 20 Milliarden Dollar |
| Anteil an den kanadischen Exporten in die USA | 5,5 Prozent |
| Inkrafttreten der kanadischen Zölle | 8. September |
| Anteil der USA an den kanadischen Exporten | rund 70 Prozent |
Kanada versucht zugleich, die Belastungen durch US-Zölle auf Autos, Stahl und Aluminium zu begrenzen. Diese Maßnahmen hätten die kanadische Wirtschaft schwer getroffen, Arbeitsplatzverluste verursacht und die bisherigen Handelsbeziehungen belastet.
Ein weiterer Streitpunkt sind Änderungen am nordamerikanischen Freihandelsabkommen USMCA. Außerdem kritisierte Carney Beschränkungen für kanadische Handelsabkommen mit anderen Ländern sowie Drohungen, die französische Sprache und die Kultur Quebecs einzuschränken.
In Kanada wächst der Druck, die wirtschaftliche Abhängigkeit von den USA zu reduzieren. Auf den südlichen Nachbarn entfallen derzeit rund 70 Prozent der kanadischen Exporte. Carney erklärte, die Beziehungen zu den USA hätten sich für immer verändert.
Auch in den USA gibt es Kritik an der Eskalation. Demokratische Abgeordnete und Gouverneure aus Grenzstaaten wie Minnesota, New York und Washington warfen Trump vor, ein Chaos ausgelöst zu haben, das die Kosten für Unternehmen und Familien erhöhen werde. Der Business Roundtable, ein Zusammenschluss von 200 Vorstandsvorsitzenden führender US-Unternehmen, warnte ebenfalls vor steigenden Kosten und forderte die Wiederaufnahme der Verhandlungen.
Zusammenfassung: Kanada kündigt Vergeltungszölle an, die am 8. September in Kraft treten sollen. Dem Handelskonflikt liegen neue US-Zölle von 50 Prozent auf Waren im Wert von rund 20 Milliarden Dollar sowie gescheiterte Verhandlungen über ein Handelsabkommen zugrunde.
Selenskyj warnt vor Wahlen während des Krieges
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Forderungen nach Neuwahlen während des Krieges zurückgewiesen. Nach Angaben von DIE ZEIT bezeichnete er Wahlen unter den derzeitigen Bedingungen als großes Risiko und warnte davor, dass eine Abstimmung die Ukraine spalten könne.
Selenskyj erklärte, eine Wahl sei gegenwärtig unmöglich, weil der russische Präsident Wladimir Putin nicht bereit sei, Möglichkeiten für eine Waffenruhe in Betracht zu ziehen. Seine Strategie bestehe darin, das Land bis zum Ende des Krieges zu führen und einen unabhängigen und souveränen Staat zu bewahren.
„Ich glaube, dass Wahlen als solche in einem Krieg wie diesem ein großes Risiko darstellen.“ – Wolodymyr Selenskyj, laut DIE ZEIT
Auslöser der Debatte waren Äußerungen des früheren Verteidigungsministers Mychailo Fedorow. Er hatte sich in einer Videobotschaft für Neuwahlen ausgesprochen und einen legalen, sicheren und realistischen Mechanismus gefordert, der Wahlen trotz der russischen Invasion ermöglichen soll.
Wahlen sind in der Ukraine während des Kriegszustands verboten. Fedorow war seit Januar Verteidigungsminister und zuvor viele Jahre Minister für digitale Transformation. Vor rund einem Monat schied er aus dem Amt aus. Danach kam es zu tagelangen Protesten, und Fedorow kritisierte Selenskyj sowie dessen Regierungsstil öffentlich.
Selenskyj äußerte sich grundsätzlich positiv über den früheren Minister, warnte aber, Fedorow könne in eine falsche Richtung gehen oder dorthin gedrängt werden. Zugleich verteidigte der Präsident das Recht der Bürger auf Proteste.
Er warnte jedoch davor, einen Keil zwischen Gesellschaft und Militär zu treiben. Gesellschaft und Soldaten dürften nicht gespalten werden, da andernfalls gefährliche Entwicklungen drohten.
Zu den praktischen Problemen einer Wahl zählen laut DIE ZEIT die Stimmabgabe der an der Front eingesetzten Soldaten, die Beteiligung der Millionen Menschen, die ins Ausland geflohen sind, sowie die Situation der Menschen in den von Russland besetzten Gebieten. Hinzu komme die Gefahr russischer Desinformation.
| Angabe | Information |
|---|---|
| Letzte Wahl Selenskyjs | 2019 |
| Anteil der Befragten für Wahlen während des Krieges | 15 Prozent |
| Alter Fedorows | 35 |
Eine Umfrage des Kyjiwer Internationalen Instituts für Soziologie zeigt laut DIE ZEIT, dass lediglich 15 Prozent der Befragten Wahlen während des Krieges befürworten. Damit steht einer politischen Forderung nach einer Abstimmung eine deutliche Zurückhaltung in der ukrainischen Bevölkerung gegenüber.
Zusammenfassung: Selenskyj lehnt Neuwahlen während des Krieges ab und warnt vor einer Spaltung des Landes. Als zentrale Hindernisse nennt DIE ZEIT die Situation der Soldaten, Geflüchteten und Menschen in besetzten Gebieten sowie die Gefahr russischer Desinformation.
Einschätzung der Redaktion
Die Absage ist politisch vor allem deshalb relevant, weil sie den Eindruck verstärkt, dass öffentliche Gesprächsformate nach politischer Reichweite und erwartbarer Konfrontation ausgewählt werden. Für Schulze kann die Entscheidung kurzfristig Risiken begrenzen, langfristig aber den Vorwurf fördern, kritischen Fragen auszuweichen. Gerade im Wahlkampf kann fehlende Gesprächsbereitschaft die Deutungshoheit stärker dem Gastgeber und seinen Kritikern überlassen.
Kernaussage: Kurzfristiger Schutz vor Konfrontation kann langfristig Vertrauen und Glaubwürdigkeit kosten.
Einschätzung der Redaktion
Die Streikdrohung zeigt, dass der Schutz von Beschäftigten im Regionalverkehr nicht länger als nachrangiges Sicherheitsthema behandelt werden kann. Ein Arbeitskampf würde zwar erhebliche Belastungen für Fahrgäste verursachen, zugleich aber den politischen Handlungsdruck deutlich erhöhen. Entscheidend ist, dass schärfere Strafen durch wirksame Prävention, ausreichendes Personal und konsequente Strafverfolgung ergänzt werden.
Kernaussage: Die Eskalation ist vermeidbar, wenn aus politischer Betroffenheit zeitnah belastbare Sicherheitsmaßnahmen werden.
Einschätzung der Redaktion
Der Vorgang ist weniger wegen des einzelnen Fehlers als wegen der erkennbaren Systemschwächen bedeutsam. Wenn Personal, Räume, digitale Infrastruktur und Arbeitsbedingungen gleichzeitig unzureichend sind, steigt das Risiko für Verzögerungen und Fehlentscheidungen. Eine unabhängige Justiz braucht deshalb nicht nur rechtliche Unabhängigkeit, sondern auch funktionsfähige organisatorische und technische Grundlagen.
Kernaussage: Vertrauen in die Justiz hängt maßgeblich davon ab, ob der Staat ihre praktische Arbeitsfähigkeit sicherstellt.
Einschätzung der Redaktion
Die Warnung berührt einen strategischen Kernkonflikt: Hafenstandorte sind auf internationale Warenströme, Fachkräfte und verlässliche Kooperationen angewiesen, während nationale Abschottung diese Grundlagen schwächen kann. Für die Wirtschaft ist politische Stabilität nicht von gesellschaftlicher Offenheit zu trennen. Eine zunehmende Polarisierung könnte daher über den politischen Bereich hinaus unmittelbar Standortentscheidungen, Investitionen und Beschäftigung beeinflussen.
Kernaussage: Offenheit ist für die Hafenwirtschaft keine Imagefrage, sondern eine zentrale wirtschaftliche Voraussetzung.
Einschätzung der Redaktion
Die angekündigten Gegenzölle verschärfen einen Konflikt, dessen wirtschaftliche Folgen über die unmittelbar betroffenen Waren hinausreichen können. Besonders problematisch ist die hohe gegenseitige Abhängigkeit, weil Vergeltungsmaßnahmen Lieferketten verteuern, Investitionen verunsichern und politischen Spielraum weiter verengen. Eine Rückkehr zu verlässlichen Verhandlungen wäre für beide Seiten wirtschaftlich sinnvoller als eine dauerhafte Eskalationsspirale.
Kernaussage: Der Konflikt erhöht Kosten und Unsicherheit und gefährdet eine bislang eng verflochtene Wirtschaftsbeziehung.
Einschätzung der Redaktion
Die Ablehnung von Wahlen während eines laufenden Krieges ist unter den genannten Bedingungen nachvollziehbar, berührt aber einen grundlegenden demokratischen Zielkonflikt. Je länger eine reguläre Abstimmung ausbleibt, desto wichtiger werden transparente rechtliche Begründungen, parlamentarische Kontrolle und glaubwürdige politische Beteiligungsmöglichkeiten. Andernfalls kann die notwendige Kriegsorganisation selbst zum Anlass für Zweifel an der demokratischen Legitimität werden.
Kernaussage: Sicherheit kann Wahlen begrenzen, darf demokratische Kontrolle und politische Rechenschaft aber nicht dauerhaft ersetzen.
Quellen:
- Sven Schulze: Podcast-Interview mit Tilo Jung abgesagt
- "Arbeitsverweigerung der Regierung": Gewerkschaft droht mit Bahnstreik
- Nach Panne am Landgericht Hanau: Politik ist gefordert
- „Offenheit ist der Schlüssel“ – DGB und ZDS warnen vor AfD-Politik
- Kanada ergreift Gegenmaßnahmen, während sich der Handelskrieg mit den USA zuspitzt
- Ukraine: Selenskyj warnt vor »großem Risiko« durch Wahlen während des Krieges